Pflanzenkompendium
Igelstachelbart Hericium erinaceus
Stand: Oktober 2026 · Recherche und Redaktion: Botanical Desire
Der Igelstachelbart, Hericium erinaceus (Bull.) Pers., ist ein Speisepilz aus der Familie Hericiaceae in der Ordnung Russulales; weitere deutsche Namen sind Affenkopfpilz und Löwenmähne, im Englischen heißt er Lion's Mane. Gegessen wird sein Fruchtkörper. Leitsubstanzen des Fruchtkörpers sind die Hericenone, dazu Beta-Glucane und die Aminosäure Ergothionein; die Erinacine finden sich dagegen im Myzel, dem fadenförmigen Pilzgeflecht. In der EU gelten der Fruchtkörper und ein wässriges Extraktpulver daraus nicht als neuartige Lebensmittel, getrocknetes Myzelpulver dagegen schon — es ist bislang nicht zugelassen.
Dieser Beitrag beschreibt die Pflanze und gibt veröffentlichte Studien wieder. Die genannten Ergebnisse gelten für die dort untersuchten Extrakte, Mengen und Zubereitungen — nicht für Produkte von Botanical Desire. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung. Ausführlicher Hinweis am Seitenende.
Auf einen Blick
- Botanischer Name
- Hericium erinaceus (Bull.) Pers.
- Familie
- Hericiaceae, Ordnung Russulales [11]
- Verwendeter Pflanzenteil
- Fruchtkörper (Pilz)
- Leitsubstanzen
- Hericenone, Beta-Glucane, Ergothionein; im Myzel Erinacine
Zum Nachlesen
Igelstachelbart: Inhaltsstoffe
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Igelstachelbart enthält nach den Analysedaten des US-Landwirtschaftsministeriums aus acht Proben je 100 g durchschnittlich 88,6 g Wasser, 2,5 g Protein und 4,4 g Ballaststoffe, darunter 2,75 g Beta-Glucan (1,4 bis 4,3 g), dazu 443 mg Kalium, 68 mg Ergosterol und 17,2 mg Ergothionein, wobei die Einzelproben beim Ergothionein zwischen 7 und 46 mg lagen [1]. In einem italienischen Stamm des Pilzes bestimmten Forschende der Universität Pavia die Hericenone C und D nur in den getrockneten Fruchtkörpern — im wild gewachsenen Fruchtkörper 760 bzw. 100 µg je Gramm, im gezüchteten 1560 bzw. 188 µg je Gramm —, während Erinacin A nur im Myzel vorkam (105 µg je Gramm) und in keinem der Fruchtkörper nachweisbar war [2].
- Hericenone — aromatische Verbindungen des Fruchtkörpers; Hericenon C 760 bis 1560 µg, Hericenon D 100 bis 188 µg je Gramm getrocknetem Fruchtkörper in einem italienischen Stamm, in dem nur diese beiden Hericenone gemessen wurden [2]
- Erinacine — Diterpene des Myzels; Erinacin A 105 µg je Gramm Myzel-Trockenmasse, im Fruchtkörper desselben Stammes nicht nachgewiesen [2]
- Beta-Glucane — Ballaststoffe der Pilzzellwand; durchschnittlich 2,75 g je 100 g Pilz [1]
- Ergothionein — schwefelhaltige Aminosäure; durchschnittlich 17,2 mg je 100 g Pilz, in Einzelproben 7 bis 46 mg [1]
- Ergosterol — Pilzsterin; durchschnittlich 68 mg je 100 g Pilz [1]
Forschungslage
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Reaktions- und Gedächtnistests nach einer Einzelgabe
In einer randomisierten, doppelblinden Pilotstudie an 43 gesunden Erwachsenen zwischen 18 und 45 Jahren lösten die Teilnehmenden der Pilzgruppe den Stroop-Test 60 Minuten nach einer Einzelgabe von 1,8 g eines Igelstachelbart-Präparats schneller als vor der Einnahme (p = 0,005); der Unterschied im Verlauf zwischen Pilz- und Placebogruppe lag bei p = 0,027. Aus einer sofort abgefragten Wortliste erinnerte die Pilzgruppe nach der Einnahme weniger Wörter richtig (p = 0,013; Unterschied im Verlauf zwischen den Gruppen p = 0,007) (Docherty et al., 2023 [4]). In einer Crossover-Studie mit 18 gesunden Erwachsenen zwischen 18 und 35 Jahren unterschieden sich die Gesamtwerte aller Denk- und Reaktionstests 90 Minuten nach 3 g eines wässrig-alkoholischen Fruchtkörperextrakts nicht von denen nach einem Kontrollgetränk; auch die übergreifende Auswertung aller Einzeltests verfehlte die Signifikanzgrenze (p = 0,07). In nachgelagerten Einzelauswertungen war die Leistung am Steckbrett mit der dominanten Hand nach dem Pilzgetränk besser als nach dem Kontrollgetränk (p < 0,001), im Flanker-Test, einem Aufmerksamkeitstest, dagegen schlechter als nach dem Kontrollgetränk (p < 0,001) und im Zahlen-Buchstaben-Verbindungstest (Trail Making B) schlechter als vor der Einnahme (p = 0,01) (Surendran et al., 2025 [6]). In einer weiteren Crossover-Studie mit 40 gesunden Erwachsenen war nach 1 g Fruchtkörper die Reaktionszeit im Go/No-go-Test nach 120 Minuten kürzer als vor der Einnahme (p = 0,036); im N-Back-Test, einem Test des Arbeitsgedächtnisses, war die Zeit je Treffer nach 120 Minuten kürzer als nach 60 Minuten (p = 0,048). Diese Studie verglich die Werte innerhalb der Pilzbedingung, nicht direkt mit Placebo (La Monica et al., 2023 [7]). Zur Einordnung: Eine Meta-Analyse gibt es zu diesen Messgrößen nicht; die drei Studien waren klein, setzten unterschiedliche Präparate und Tests ein, und ihre Ergebnisse weisen nicht in eine einheitliche Richtung — neben einzelnen besseren stehen einzelne schlechtere Testergebnisse. Bei der Studie mit 1,8 g nennt der Volltext nicht, ob das Präparat aus Fruchtkörper oder Myzel bestand.
Kognitive Testwerte nach mehrwöchiger Einnahme
In einer randomisierten, doppelblinden Studie an 31 gesunden Erwachsenen über 50 Jahre, die 12 Wochen lang täglich 3,2 g Fruchtkörperpulver oder Placebo einnahmen, lag der Punktwert im Mini-Mental-Status-Test, einem Kurztest der geistigen Leistungsfähigkeit mit höchstens 30 Punkten, am Ende in der Pilzgruppe bei 30,00 und in der Placebogruppe bei 29,53 (p = 0,033); in zwei weiteren Gedächtnistests — einem Test des visuellen Merkens und einem Wortpaar-Lerntest — unterschieden sich die Gruppen nicht (Saitsu et al., 2019 [3]). In der Pilotstudie mit 1,8 g am Tag erinnerte nach 28 Tagen die Placebogruppe in einer verzögert abgefragten Wortliste mehr Wörter als zu Beginn, die Pilzgruppe nicht (Unterschied im Verlauf zwischen den Gruppen p = 0,027) (Docherty et al., 2023 [4]). In einer einfach verblindeten Studie an 24 gesunden Studierenden, die 4 Wochen lang täglich 10 g eines Igelstachelbart-Präparats aus getrocknetem Pilz und Extrakt in Muffins oder Placebo-Muffins aßen, veränderten sich weder die Ergebnisse in Stroop- und Rechenaufgaben noch die Nutzung von Fett und Kohlenhydraten im Ausdauerstufentest in den beiden Gruppen unterschiedlich (keine Unterschiede im Verlauf, alle p > 0,05); Unterschiede zwischen den Gruppen bestanden schon zu Beginn (Grozier et al., 2022 [5]). Zur Einordnung: Eine Meta-Analyse gibt es auch hier nicht. In der 12-Wochen-Studie lagen beide Gruppen schon zu Beginn nahe der Höchstpunktzahl, und am Ende erreichten alle Teilnehmenden der Pilzgruppe die vollen 30 Punkte; die Studie war klein, und der Volltext nennt keine Finanzierung. Die beiden anderen Studien fanden keinen Vorteil; bei beiden nennt der Volltext nicht, ob das Präparat aus Fruchtkörper oder Myzel bestand.
Selbst eingeschätzter Stress und Stimmung
In der Pilotstudie mit 1,8 g am Tag lag der selbst eingeschätzte Stress auf einer visuellen Analogskala an Tag 29 in der Pilzgruppe mit 33,0 niedriger als in der Placebogruppe mit 42,5 (p = 0,033); der Unterschied über den gesamten Studienverlauf verfehlte die Signifikanzgrenze knapp (p = 0,051). In einem zweiten Stressfragebogen, der Perceived Stress Scale, unterschieden sich die Gruppen nicht (Docherty et al., 2023 [4]). In der Crossover-Studie mit 3 g Fruchtkörperextrakt unterschied sich der Gesamtwert der Stimmung nach 90 Minuten nicht von dem nach dem Kontrollgetränk (Surendran et al., 2025 [6]). In der Crossover-Studie mit 1 g Fruchtkörper lagen zwei Fragen einer Skala zum selbst eingeschätzten Glücksempfinden nach 60 und 120 Minuten höher als vor der Einnahme — wiederum im Vergleich mit dem Ausgangswert, nicht mit Placebo (La Monica et al., 2023 [7]). Zur Einordnung: Die Befunde stammen aus drei kleinen Studien mit Selbstauskünften, die sich in Präparat, Dauer und Fragebogen unterscheiden; eine Meta-Analyse gibt es nicht.
NGF-Boten-RNA in Zell- und Tierversuchen
In menschlichen Astrozytom-Zellen, einer Zelllinie aus Stützzellen des Nervengewebes, stieg die Menge der Boten-RNA für den Nervenwachstumsfaktor NGF mit der Konzentration eines Ethanolextrakts aus Igelstachelbart-Fruchtkörpern an, als einzigem von vier geprüften Speisepilzextrakten; nach einem Wasserextrakt und den isolierten Hericenonen C, D und E stieg sie dagegen nicht an — alles im Reagenzglas; Humandaten dazu liegen nicht vor. In derselben Arbeit war bei Mäusen, deren Futter 7 Tage lang 5 Prozent Pilzpulver enthielt, die NGF-Boten-RNA im Hippocampus höher als bei Mäusen mit 5 Prozent Dextrin im Futter, in der Großhirnrinde dagegen nicht (Mori et al., 2008 [8]). Zur Einordnung: Zell- und Tierversuche erlauben keinen Schluss auf Menschen; welche Inhaltsstoffe die Messwerte im Zellversuch erklären, ließ die Arbeit offen. Vier der sieben Autoren arbeiteten für den Pilzproduzenten, der die untersuchten Pilze kultivierte.
Mengen in Studien+
- Als Lebensmittel — nach Angabe der Autoren einer Humanstudie werden üblicherweise nur die Fruchtkörper gegessen, frisch oft bis zu 300 g als Pilzsteak [6]
- In Studien mit einer Einzelgabe — 1 g Fruchtkörper [7], 1,8 g eines Präparats unbekannter Zusammensetzung (Fruchtkörper oder Myzel) [4] oder 3 g eines wässrig-alkoholischen Fruchtkörperextrakts in einem Getränk [6]
- In Studien über mehrere Wochen — 3,2 g Fruchtkörperpulver am Tag über 12 Wochen [3], 1,8 g am Tag über 28 Tage [4] oder 10 g eines Präparats aus getrocknetem Pilz und Extrakt am Tag, eingebacken in Muffins, über 4 Wochen [5]
- Lebensmittelstatus in der EU — laut Novel-Food-Katalog der Kommission sind Fruchtkörper und ein wässriges Extraktpulver aus dem Fruchtkörper keine neuartigen Lebensmittel; getrocknetes Myzelpulver ist dagegen ein neuartiges Lebensmittel und bislang nicht zugelassen [10]
- Unerwünschte Ereignisse — in der Crossover-Studie mit 1 g Fruchtkörper traten in der Pilzbedingung keine auf [7]; die übrigen hier zitierten Humanstudien berichten dazu keine Ergebnisse. Ein japanischer Fallbericht beschrieb bei einem 63-jährigen Mann ein schweres akutes Lungenversagen und legte einen ursächlichen Zusammenhang mit einem vier Monate zuvor eingenommenen, als Diät-Lebensmittel vermarkteten Igelstachelbart-Extrakt nahe; ein Lymphozyten-Test zeigte eine starke Reaktion gegen dieses Präparat [9]
Wie belastbar die Studien sind
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- Reaktions- und Gedächtnistests nach einer Einzelgabe: Datenlage vorläufig, Richtung uneinheitlich — drei kleine Studien (18 bis 43 Teilnehmende) fanden einzelne bessere und einzelne schlechtere Testergebnisse; die beiden Studien mit einem Gesamtwert fanden dort keinen Unterschied; eine Meta-Analyse fehlt.
- Kognitive Testwerte nach mehrwöchiger Einnahme: Datenlage vorläufig, Ergebnisse widersprüchlich — eine kleine 12-Wochen-Studie fand einen höheren Punktwert in einem von drei Tests bei Werten nahe der Höchstpunktzahl, zwei weitere Studien (4 Wochen, 28 Tage) keinen Vorteil.
- Selbst eingeschätzter Stress und Stimmung: Datenlage vorläufig — eine Pilotstudie fand an Tag 29 in einer von zwei Stressskalen einen niedrigeren Wert bei knapp verfehlter Signifikanz über den Verlauf, in der zweiten keinen Unterschied; eine weitere Studie fand keinen Unterschied, eine dritte nur Veränderungen gegenüber dem Ausgangswert.
- NGF-Boten-RNA in Zell- und Tierversuchen: Datenlage vorläufig — höhere NGF-Boten-RNA in Zellkulturen nach einem Ethanolextrakt und bei Mäusen im Hippocampus; Humandaten liegen nicht vor.
Evidenzgrade: stark bezeichnet mehrere Meta-Analysen mit konsistenter Richtung, moderat einzelne oder wenige kontrollierte Studien mit überwiegend positiver Richtung, vorläufig präklinische oder inkonsistente Befunde. Einschränkend gilt: Alle Humanstudien waren klein und kurz, setzten unterschiedliche Präparate — Fruchtkörperpulver, Fruchtkörperextrakt oder Präparate unbekannter Zusammensetzung — und unterschiedliche Tests ein; mehrere wurden von Herstellern mit Präparaten, Beratung oder Geld unterstützt. Eine Meta-Analyse zu Humandaten an Gesunden gibt es bislang nicht.
Igelstachelbart: Studien im Detail
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[3] Saitsu et al. (2019) — RCT: Gedächtnistests über 12 Wochen
- Journal: Biomedical Research (Tokyo)
- Studientyp: randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie mit Parallelgruppen
- Teilnehmer: 34 gesunde Erwachsene über 50 Jahre, 31 ausgewertet (Pilzgruppe 16, Placebo 15); Durchschnittsalter 61,8 bzw. 60,8 Jahre
- Dosierung: 4 Tabletten mit je 0,8 g Fruchtkörperpulver am Tag (3,2 g) über 12 Wochen
- Kernergebnis: Mini-Mental-Status-Test nach 12 Wochen 30,00 gegenüber 29,53 Punkten (P = 0,033), altersbereinigt Unterschied im Zeitverlauf P = 0,029; kein Unterschied im Benton-Test und im Wortpaar-Lerntest
- Limitationen: kleine Stichprobe; Werte beider Gruppen nahe der Höchstpunktzahl; keine Angaben zu unerwünschten Ereignissen
- Finanzierung: im Volltext keine Angabe
- DOI: 10.2220/biomedres.40.125 · PMID: 31413233
[4] Docherty et al. (2023) — Pilot-RCT: Kognitive Tests, Stress- und Stimmungswerte
- Journal: Nutrients
- Studientyp: randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Pilotstudie mit Parallelgruppen; Einzelgabe und 28 Tage
- Teilnehmer: 43 gesunde Erwachsene zwischen 18 und 45 Jahren (Einzelgabe), 41 in der 28-Tage-Auswertung
- Dosierung: 3 Kapseln à 600 mg (1,8 g am Tag); Zusammensetzung (Fruchtkörper oder Myzel) im Volltext nicht genannt
- Kernergebnis: Stroop-Test 60 Minuten nach der Einzelgabe in der Pilzgruppe schneller als vor der Einnahme (p = 0,005; Unterschied im Verlauf zwischen den Gruppen p = 0,027), sofortige Wortliste schlechter (p = 0,013; Verlauf p = 0,007); nach 28 Tagen Stresswert auf der visuellen Analogskala 33,0 gegenüber 42,5 (p = 0,033; Verlauf p = 0,051), Perceived Stress Scale ohne Unterschied, verzögerte Wortliste zugunsten Placebo (p = 0,027)
- Limitationen: Pilotstudie mit kleiner Stichprobe; laut Autoren auch Null- und einzelne negative Befunde
- Finanzierung: keine externe Förderung; Präparat von Sempera Organics gestellt, laut Autoren ohne Einfluss auf Planung, Auswertung und Veröffentlichung
- DOI: 10.3390/nu15224842 · PMID: 38004235
[5] Grozier et al. (2022) — Kontrollierte Studie: Stoffwechsel im Ausdauertest und kognitive Tests
- Journal: International Journal of Exercise Science
- Studientyp: einfach verblindete, placebokontrollierte Studie mit Parallelgruppen
- Teilnehmer: 24 gesunde Studierende (12 je Gruppe), Durchschnittsalter 22 Jahre
- Dosierung: 10 g eines Präparats aus getrocknetem Igelstachelbart und Extrakt am Tag, eingebacken in 2 Muffins, über 4 Wochen; 33,69 Prozent Beta-Glucane; ob Fruchtkörper oder Myzel, nennt der Volltext nicht
- Kernergebnis: keine unterschiedliche Veränderung zwischen den Gruppen bei der Nutzung von Fett und Kohlenhydraten im Stufentest, bei Ausdauerwerten und bei Stroop- und Rechenaufgaben (keine Unterschiede im Verlauf, alle p > 0,05)
- Limitationen: kleine Stichprobe; nur einfach verblindet; Gruppenunterschiede schon zu Beginn
- Finanzierung: keine externe Förderung; Präparat von Nammex Organic Mushroom Extracts gestellt, das auch Menge und Dauer empfahl
- DOI: 10.70252/XZKO8571 · PMID: 36582308
[6] Surendran et al. (2025) — Crossover-RCT: Kognitive Tests und Stimmungswerte nach einer Einzelgabe
- Journal: Frontiers in Nutrition
- Studientyp: randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Crossover-Studie mit 7 Tagen Auswaschphase
- Teilnehmer: 18 gesunde Erwachsene zwischen 18 und 35 Jahren (10 Männer, 8 Frauen)
- Dosierung: Einzelgabe von 3 g eines wässrig-alkoholischen Fruchtkörperextrakts in 250 ml Getränk; Tests nach 90 Minuten
- Kernergebnis: kein Unterschied in den Gesamtwerten der Denk- und Reaktionstests und der Stimmung; übergreifende Auswertung der Einzeltests nicht signifikant (p = 0,07); in Einzelauswertungen Steckbrett-Test mit der dominanten Hand besser (p < 0,001) und Flanker-Test schlechter (p < 0,001) als nach dem Kontrollgetränk, Trail Making B schlechter als vor der Einnahme (p = 0,01)
- Limitationen: sehr kleine Stichprobe; nur eine Einzelgabe; viele Einzeltests
- Finanzierung: zwei Autoren bei Beyond Alcohol Ltd. angestellt, das Igelstachelbart in eigenen Produkten verwendet; das Unternehmen trug zur Publikationsgebühr bei
- DOI: 10.3389/fnut.2025.1405796 · PMID: 40276537
[7] La Monica et al. (2023) — Crossover-RCT: Aufmerksamkeits- und Gedächtnistests nach einer Einzelgabe
- Journal: Nutrients
- Studientyp: randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Crossover-Studie mit drei Bedingungen (Guayusa-Extrakt, Igelstachelbart, Placebo)
- Teilnehmer: 40 gesunde Erwachsene (22 Frauen, 18 Männer)
- Dosierung: Einzelgabe von 1 g Fruchtkörper laut Methodenteil; Tests nach 1 und 2 Stunden
- Kernergebnis: in der Pilzbedingung Go/No-go-Reaktionszeit nach 120 Minuten kürzer als vor der Einnahme (p = 0,036), N-Back-Zeit je Treffer nach 120 kürzer als nach 60 Minuten (p = 0,048), zwei Fragen zum Glücksempfinden höher als vor der Einnahme — jeweils innerhalb der Bedingung, nicht gegenüber Placebo; keine unerwünschten Ereignisse in der Pilzbedingung
- Limitationen: nur eine Einzelgabe; Befunde für den Pilz überwiegend als Veränderung gegenüber dem Ausgangswert berichtet
- Finanzierung: teilweise von Applied Food Sciences Inc.; der Seniorautor erhält Forschungsgelder, Honorare und Beratungsgebühren von Herstellern von Nahrungsergänzungsmitteln
- DOI: 10.3390/nu15245018 · PMID: 38140277
[8] Mori et al. (2008) — Zell- und Tierversuch: NGF-Boten-RNA
- Journal: Biological and Pharmaceutical Bulletin
- Studientyp: Zellversuch an menschlichen Astrozytom-Zellen (1321N1) und Fütterungsversuch an Mäusen
- Teilnehmer: keine Menschen
- Dosierung: Ethanolextrakte aus gefriergetrockneten Fruchtkörpern von vier Speisepilzen, dazu Wasser- und Essigesterextrakt des Igelstachelbarts, im Zellversuch; Futter mit 5 Prozent Igelstachelbart-Pulver oder 5 Prozent Dextrin über 1 bzw. 7 Tage bei Mäusen
- Kernergebnis: NGF-Boten-RNA nach Ethanol- und Essigesterextrakt konzentrationsabhängig höher, als einzigem der vier Ethanolextrakte, nach Wasserextrakt nicht; NGF-Freisetzung erhöht; Hericenone C, D und E ohne Anstieg; bei den Mäusen NGF-Boten-RNA im Hippocampus nach 7 Tagen höher als in der Dextrin-Gruppe, in der Großhirnrinde nicht
- Limitationen: Zell- und Tierversuch, keine Übertragung auf Menschen möglich
- Finanzierung: teilweise öffentliche Forschungsgelder Japans (Japan Society for the Promotion of Science, Bildungsministerium) und die Hokuto Life Science Foundation; vier der sieben Autoren arbeiteten im Pilzlabor der Hokuto Corporation, die auch die untersuchten Pilze kultivierte
- DOI: 10.1248/bpb.31.1727 · PMID: 18758067
Quellenverzeichnis
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- U.S. Department of Agriculture, Agricultural Research Service. FoodData Central, Foundation Foods, FDC-ID 1999626: „Mushroom, lion's mane“. https://fdc.nal.usda.gov/food-details/1999626/nutrients
- Corana F, Cesaroni V, Mannucci B, et al. (2019). „Array of Metabolites in Italian Hericium erinaceus Mycelium, Primordium, and Sporophore“. Molecules, 24(19), 3511. DOI: 10.3390/molecules24193511 · PMID: 31569709
- Saitsu Y, Nishide A, Kikushima K, et al. (2019). „Improvement of cognitive functions by oral intake of Hericium erinaceus“. Biomedical Research (Tokyo), 40(4), 125–131. DOI: 10.2220/biomedres.40.125 · PMID: 31413233
- Docherty S, Doughty FL, Smith EF (2023). „The Acute and Chronic Effects of Lion's Mane Mushroom Supplementation on Cognitive Function, Stress and Mood in Young Adults: A Double-Blind, Parallel Groups, Pilot Study“. Nutrients, 15(22), 4842. DOI: 10.3390/nu15224842 · PMID: 38004235
- Grozier CD, Alves VA, Killen LG, et al. (2022). „Four Weeks of Hericium erinaceus Supplementation Does Not Impact Markers of Metabolic Flexibility or Cognition“. International Journal of Exercise Science, 15(2), 1366–1380. DOI: 10.70252/XZKO8571 · PMID: 36582308
- Surendran G, Saye J, Binti Mohd Jalil S, et al. (2025). „Acute effects of a standardised extract of Hericium erinaceus (Lion's Mane mushroom) on cognition and mood in healthy younger adults: a double-blind randomised placebo-controlled study“. Frontiers in Nutrition, 12, 1405796. DOI: 10.3389/fnut.2025.1405796 · PMID: 40276537
- La Monica MB, Raub B, Ziegenfuss EJ, et al. (2023). „Acute Effects of Naturally Occurring Guayusa Tea and Nordic Lion's Mane Extracts on Cognitive Performance“. Nutrients, 15(24), 5018. DOI: 10.3390/nu15245018 · PMID: 38140277
- Mori K, Obara Y, Hirota M, et al. (2008). „Nerve growth factor-inducing activity of Hericium erinaceus in 1321N1 human astrocytoma cells“. Biological and Pharmaceutical Bulletin, 31(9), 1727–1732. DOI: 10.1248/bpb.31.1727 · PMID: 18758067
- Nakatsugawa M, Takahashi H, Takezawa C, et al. (2003). „Hericium erinaceum (yamabushitake) extract-induced acute respiratory distress syndrome monitored by serum surfactant proteins“. Internal Medicine, 42(12), 1219–1222. DOI: 10.2169/internalmedicine.42.1219 · PMID: 14714963
- Europäische Kommission. Novel-Food-Katalog, Eintrag „Hericium erinaceus (Bull.) Pers.“ (POL-NF-00396), Stand 6. März 2025. https://ec.europa.eu/food/food-feed-portal/screen/novel-food-catalogue/search
- Catalogue of Life (ChecklistBank): „Hericium erinaceus (Bull.) Pers.“, ID 3KYXV. https://www.catalogueoflife.org/data/taxon/3KYXV