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Jod — Darstellung mit Meeresalgen an einer Felsküste
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Jod

Chemisches Element · I

Stand: 14.10.2026 · Recherche und Redaktion: Botanical Desire

Jod ist ein chemisches Element und zählt nach der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) zu den Spurenelementen. Natürlicherweise reich an Jod sind nach der DGE nur marine Lebensmittel wie Seefisch, Meeresfrüchte und Algen; bei entsprechender Fütterung der Tiere können nach der DGE auch Milch und Milchprodukte sowie Eier eine gute Jodquelle sein.

Dieser Beitrag beschreibt den Nährstoff. Über Wirkungen sagt er nur, was die EU zugelassen hat — im Wortlaut der Verordnung. Ausführlicher Hinweis am Seitenende.

Auf einen Blick

Nährstoffbezugswert (NRV) für die Kennzeichnung1
150 µgje Tag
Empfohlene Zufuhr (DGE)2
150 µgje Tag · ab 13 Jahren · Schwangere 220 µg, Stillende 230 µg
Höchstmengenvorschlag für Nahrungsergänzungsmittel (BfR)3
100 µgje Tagesdosis · Personen ab 15 Jahren · Schwangere und Stillende 150 µg
Tolerierbare Obergrenze für Erwachsene (SCF, EFSA-Übersicht)4
600 µgje Tag · gesamte Zufuhr
Zugelassene Angaben nach VO (EU) Nr. 432/20125
5im Wortlaut unten

Zugelassene Angaben zu Jod

In der Liste der Verordnung (EU) Nr. 432/2012 stehen für Jod 5 gesundheitsbezogene Angaben — hier im Wortlaut; mehr sagt diese Seite über Wirkungen nicht.5

Jede dieser Angaben hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) vor der Zulassung anhand der Studienlage geprüft; die Gutachten sind an der jeweiligen Angabe verlinkt.

EU-Register · Wortlaut

  1. 1 Jod trägt zu einer normalen kognitiven Funktion beiEFSA-Gutachten 2010
  2. 2 Jod trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel beiEFSA-Gutachten 2009EFSA-Gutachten 2010
  3. 3 Jod trägt zu einer normalen Funktion des Nervensystems beiEFSA-Gutachten 2010
  4. 4 Jod trägt zur Erhaltung normaler Haut beiEFSA-Gutachten 2009
  5. 5 Jod trägt zu einer normalen Produktion von Schilddrüsenhormonen und zu einer normalen Schilddrüsenfunktion beiEFSA-Gutachten 2009EFSA-Gutachten 2010

Bedingung: Für die Angaben 1 bis 5 gleichlautend: „Die Angabe darf nur für Lebensmittel verwendet werden, die die Mindestanforderungen an eine Jodquelle gemäß der im Anhang der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 aufgeführten Angabe […] erfüllen.“5

Erläuterung: Eine Jodquelle muss eine signifikante Menge enthalten — in der Regel 15 % des Nährstoffbezugswerts, bei Jod also 22,5 µg je 100 g oder 100 ml (Getränke: 7,5 %, also 11,25 µg je 100 ml). Bei Nahrungsergänzungsmitteln müssen diese Mindestmengen nach Auffassung der Sachverständigen der amtlichen Lebensmittelüberwachung in der empfohlenen Tagesverzehrsmenge enthalten sein.1, 6, 9

Eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung und eine gesunde Lebensweise sind wichtig.

Wie viel Jod am Tag

So viel Jod am Tag nennt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung als empfohlene Zufuhr (Ableitung 2025, Auswahl ab 13 Jahren). Für Jugendliche und Erwachsene gilt derselbe Wert.2

  • Erwachsene ab 19 Jahren150 µg
  • Jugendliche 13 bis unter 19 Jahre150 µg
  • Schwangere220 µg
  • Stillende230 µg

Der Nährstoffbezugswert (NRV) von 150 µg ist die einheitliche Bezugsgröße für Prozentangaben auf Etiketten in der EU.1

Zulässige Formen von Jod

Diese Verbindungen dürfen Nahrungsergänzungsmitteln als Jod zugesetzt werden.7

  • Natriumiodid
  • Natriumiodat
  • Kaliumiodid
  • Kaliumiodat

Obergrenzen für Jod

Aus allen Quellen zusammenEssen, Trinken und Ergänzung, je Tag

  • 150 µg Nährstoffbezugswert (NRV) für Etiketten
  • 150 µg empfohlene Zufuhr der DGE für Jugendliche und Erwachsene ab 13 Jahren
  • 220–230 µg empfohlene Zufuhr der DGE für Schwangere / Stillende
  • 600 µg tolerierbare Obergrenze für Erwachsene (SCF, EFSA-Übersicht), gesamte Zufuhr — für Jugendliche und Kinder niedriger; zu Algen der BfR-Hinweis unten

Je Tagesdosis eines Nahrungsergänzungsmittels

  • 100 µg Höchstmengenvorschlag des BfR, ab 15 Jahren
  • 150 µg Höchstmengenvorschlag des BfR für Schwangere und Stillende
Zum Jodgehalt von Algen: Bei hohen Gehalten wie bei Kombu können nach dem BfR schon 1 bis 2 g getrocknete Alge in einer Portion eines verzehrfertigen Lebensmittels mehrere 1.000 µg Jod liefern — eine Menge weit oberhalb der tolerierbaren maximalen chronischen Jodaufnahme von 600 µg je Tag für Erwachsene. Für verzehrfertige Algen und algenhaltige Produkte empfiehlt das BfR die Kennzeichnung des Jodgehalts zusammen mit Verzehrempfehlungen sowie ergänzende Warnhinweise zum Schutz empfindlicher Personen.11, 12

Die tolerierbare Obergrenze für Jod liegt für Erwachsene bei 600 µg je Tag. Für Jugendliche von 15 bis 17 Jahren beträgt sie 500 µg, für 11- bis 14-Jährige 450 µg, für 7- bis 10-Jährige 300 µg, für 4- bis 6-Jährige 250 µg und für 1- bis 3-Jährige 200 µg. Abgeleitet hat sie der Wissenschaftliche Lebensmittelausschuss der EU (SCF), der Vorgänger der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), in einer Stellungnahme vom 26. September 2002; die EFSA führt die Werte in ihrer Übersicht der Obergrenzen (Version 11, August 2025).4

Sie gilt für die gesamte tägliche Zufuhr aus allen Nahrungsquellen; eine Beschränkung auf zugesetztes Jod nennt die EFSA-Übersicht nicht.4

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) schlägt für Nahrungsergänzungsmittel höchstens 100 µg Jod je Tagesdosis vor — bezogen auf die Tagesverzehrempfehlung des Produkts —, für alle Altersgruppen ab 15 Jahren (Stellungnahme Nr. 065/2025 vom 19. Dezember 2025).3

Für Nahrungsergänzungsmittel für schwangere und stillende Frauen schlägt das BfR in derselben Stellungnahme höchstens 150 µg Jod je Tagesdosis vor — ebenfalls bezogen auf die Tagesverzehrempfehlung des Produkts.3

Für Lebensmittel nennt das BfR drei Vorschläge: Salz höchstens 2.500 µg Jod je 100 g (das entspricht dem derzeit in Deutschland rechtlich erlaubten Höchstgehalt von 25 mg Jod je kg Salz); Produkte, die als Ersatz für Milch und Milchprodukte vermarktet werden, höchstens 14 µg je 100 g bzw. 100 ml; sonstige Lebensmittel des allgemeinen Verzehrs kein Zusatz.3

Zu Algen hält die DGE fest, dass der Jodgehalt in Algen erheblich schwankt; besonders jodreich sind Braunalgen wie Kombu und Wakame.10

Das BfR nennt für den Jodgehalt von Algen Spannweiten aus wissenschaftlichen Veröffentlichungen, in mg je kg Trockenmasse: 10 bis 400 bei Nori (Pyropia), 50 bis 1.500 bei Wakame (Undaria pinnatifida) und 1.500 bis 8.000 bei Saccharina japonica, einer Kombu-Art. Bei hohen Gehalten wie bei Kombu können nach dem BfR schon 1 bis 2 g getrocknete Alge in einer Portion eines verzehrfertigen Lebensmittels mehrere 1.000 µg Jod liefern — eine Menge weit oberhalb der tolerierbaren maximalen chronischen Jodaufnahme von 600 µg je Tag für Erwachsene. Für verzehrfertige Algen und algenhaltige Produkte empfiehlt das BfR die Kennzeichnung des Jodgehalts zusammen mit Verzehrempfehlungen sowie ergänzende Warnhinweise zum Schutz empfindlicher Personen.11, 12

Quellen (12)
  1. Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 (Lebensmittelinformation), Anhang XIII Teil A: Nährstoffbezugswert Jod und signifikante Menge (konsolidierte Fassung vom 01.04.2025). Quelle öffnen
  2. Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr, Jod (Ableitung 2025; DGE/ÖGE, 3. Auflage, 1. Ausgabe 2025). Quelle öffnen
  3. Bundesinstitut für Risikobewertung: Aktualisierung (2025): Höchstmengenvorschläge für Jod in Lebensmitteln inklusive Nahrungsergänzungsmitteln, Stellungnahme Nr. 065/2025 vom 19.12.2025 (aktualisiert und ergänzt die Stellungnahme Nr. 006/2024 vom 22.02.2024). Quelle öffnen
  4. EFSA: Overview on Tolerable Upper Intake Levels, Version 11 (August 2025), Tabelle 1 „Iodine“; Quelle der Werte: Wissenschaftlicher Lebensmittelausschuss (SCF), Opinion on the Tolerable Upper Intake Level of Iodine, SCF/CS/NUT/UPPLEV/26 Final (abgegeben am 26.09.2002). Quelle öffnen
  5. Verordnung (EU) Nr. 432/2012, Anhang, Einträge „Jod“ (konsolidierte Fassung vom 20.08.2025). Quelle öffnen
  6. Verordnung (EG) Nr. 1924/2006, Art. 5 Abs. 1 Buchst. d und Anhang (Angabe „[Name des Mineralstoffs]-Quelle“) (konsolidierte Fassung vom 13.12.2014). Quelle öffnen
  7. Richtlinie 2002/46/EG, Anhang I (Mineralstoffe: Iod) und Anhang II, Abschnitt B (konsolidierte Fassung vom 26.11.2025). Quelle öffnen
  8. PubChem, Periodensystem: Iodine (I), Ordnungszahl 53. Quelle öffnen
  9. Arbeitskreis Lebensmittelchemischer Sachverständiger der Länder und des BVL (ALS): Stellungnahme Nr. 2015/31, Abschnitt 4 (105. Sitzung, April 2015). Quelle öffnen
  10. Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Ausgewählte Fragen und Antworten zu Jod (letzte Änderung 15.09.2025), Fragen 5 und 20. Quelle öffnen
  11. Bundesinstitut für Risikobewertung: Verbindliche Jod-Höchstgehalte in Algen können helfen, gesundheitlich bedenkliche Aufnahmemengen zu verringern, Stellungnahme Nr. 044/2026 vom 05.08.2026 (Ergebnis; Tabelle 1). Quelle öffnen
  12. Bundesinstitut für Risikobewertung: Fragen und Antworten „Jodversorgung in Deutschland nicht optimal – Tipps für eine gute Jodversorgung“, aktualisierte FAQ vom 13.10.2026 (Fragen zu Meeresalgen). Quelle öffnen
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