
Nährstoffe · Vitamine
Vitamin D
Cholecalciferol (D₃) / Ergocalciferol (D₂) · C₂₇H₄₄O / C₂₈H₄₄O
Stand: 13.10.2026 · Recherche und Redaktion: Botanical Desire
Vitamin D ist ein fettlösliches Vitamin mit einer Sonderstellung: Der Körper kann es unter Sonnenlicht (UVB) in der Haut selbst bilden. Nach der Deutschen Gesellschaft für Ernährung leistet diese körpereigene Bildung einen deutlich größeren Beitrag zur Versorgung als die Zufuhr über die Nahrung.
Dieser Beitrag beschreibt den Nährstoff. Über Wirkungen sagt er nur, was die EU zugelassen hat — im Wortlaut der Verordnung. Ausführlicher Hinweis am Seitenende.
Auf einen Blick
- Nährstoffbezugswert (NRV) für die Kennzeichnung1
- 5 µgje Tag
- Schätzwert für eine angemessene Zufuhr bei fehlender körpereigener Bildung (DGE)2
- 20 µgje Tag · ab 1 Jahr
- Höchstmengenvorschlag für Nahrungsergänzungsmittel (BfR)3
- 20 µgje Tagesdosis · Jugendliche und Erwachsene
- Tolerierbare Obergrenze für Erwachsene (EFSA)4
- 100 µgje Tag
- Zugelassene Angaben nach VO (EU) Nr. 432/20125
- 7im Wortlaut unten
Zugelassene Angaben zu Vitamin D
In der Liste der Verordnung (EU) Nr. 432/2012 stehen für Vitamin D 7 gesundheitsbezogene Angaben — hier im Wortlaut; mehr sagt diese Seite über Wirkungen nicht.5
Jede dieser Angaben hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) vor der Zulassung anhand der Studienlage geprüft; die Gutachten sind an der jeweiligen Angabe verlinkt.
EU-Register · Wortlaut
- 1 Vitamin D trägt zu einer normalen Aufnahme/Verwertung von Calcium und Phosphor beiEFSA-Gutachten 2009
- 2 Vitamin D trägt zu einem normalen Calciumspiegel im Blut beiEFSA-Gutachten 2009EFSA-Gutachten 2011
- 3 Vitamin D trägt zur Erhaltung normaler Knochen beiEFSA-Gutachten 2009
- 4 Vitamin D trägt zur Erhaltung einer normalen Muskelfunktion beiEFSA-Gutachten 2010
- 5 Vitamin D trägt zur Erhaltung normaler Zähne beiEFSA-Gutachten 2009
- 6 Vitamin D trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems beiEFSA-Gutachten 2010
- 7 Vitamin D hat eine Funktion bei der ZellteilungEFSA-Gutachten 2009
Bedingung: Für die Angaben 1 bis 7 gleichlautend: „Die Angabe darf nur für Lebensmittel verwendet werden, die die Mindestanforderungen an eine Vitamin-D-Quelle gemäß der im Anhang der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 aufgeführten Angabe […] erfüllen.“5
Erläuterung: Eine Vitamin-D-Quelle muss eine signifikante Menge enthalten — in der Regel 15 % des Nährstoffbezugswerts, bei Vitamin D also 0,75 µg je 100 g oder 100 ml (Getränke: 7,5 %, also 0,375 µg je 100 ml). Bei Nahrungsergänzungsmitteln müssen diese Mindestmengen nach Auffassung der Sachverständigen der amtlichen Lebensmittelüberwachung in der empfohlenen Tagesverzehrsmenge enthalten sein.1, 6, 10
Eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung und eine gesunde Lebensweise sind wichtig.
Wie viel Vitamin D am Tag
So viel Vitamin D am Tag gilt nach der Deutschen Gesellschaft für Ernährung als angemessen, wenn der Körper selbst kein Vitamin D bildet; es sind Schätzwerte (Auswahl ab 1 Jahr). 1 µg entspricht 40 Internationalen Einheiten (IE).2
| Kinder 1 bis unter 15 Jahre | 20 µg |
|---|---|
| Jugendliche und Erwachsene 15 bis unter 65 Jahre | 20 µg |
| Erwachsene ab 65 Jahren | 20 µg |
| Schwangere | 20 µg |
| Stillende | 20 µg |
Der Nährstoffbezugswert (NRV) von 5 µg ist die einheitliche Bezugsgröße für Prozentangaben auf Etiketten in der EU.1
Wie viel Vitamin D in Deutschland üblicherweise aufgenommen wird
Median der täglichen Zufuhr aus Lebensmitteln, 14 bis 80 Jahre, nach der Nationalen Verzehrsstudie II des Max Rubner-Instituts (Befragung 2005/2006).13
- Männer
- 2,9 µg
- Frauen
- 2,2 µg
Nach der Deutschen Gesellschaft für Ernährung erfolgt die Hauptversorgung mit Vitamin D über die körpereigene Bildung durch Sonnenlicht in der Haut; die Zufuhr über die Ernährung ist gering, da nur wenige Lebensmittel Vitamin D enthalten.2
In welchen Lebensmitteln Vitamin D vorkommt
Gehalt je 100 g, roh (Shiitake getrocknet), nach der US-Lebensmitteldatenbank (USDA), Auswahl von Speisepilzen. Nur wenige Lebensmittel enthalten nennenswerte Mengen Vitamin D, nach der Deutschen Gesellschaft für Ernährung meist tierischer Herkunft: vor allem Fettfische wie Lachs, Hering und Makrele, in deutlich geringerem Maße Leber, Eigelb und einige Speisepilze. In den hier genannten Pilzen liegt es laut USDA als Vitamin D₂ (Ergocalciferol) vor.7, 11
Balken im Verhältnis zu den Pfifferlingen:
- Pfifferlinge 5,3 µg106 % NRV
- Morcheln 5,1 µg102 % NRV
- Shiitake, getrocknet 3,9 µg78 % NRV
- Austernpilze 0,7 µg14 % NRV
- Champignons, weiß 0,2 µg4 % NRV
Prozent vom Nährstoffbezugswert (NRV) für Etiketten, gerechnet je 100 g; der NRV für Vitamin D liegt bei 5 µg.1
Zulässige Formen von Vitamin D
Diese Verbindungen dürfen Nahrungsergänzungsmitteln als Vitamin D zugesetzt werden — Calcidiol-Monohydrat in der Form, die die Unionsliste der neuartigen Lebensmittel führt.8
- Cholecalciferol (Vitamin D₃)
- Ergocalciferol (Vitamin D₂)
- Calcidiol-Monohydrat
Obergrenzen für Vitamin D
Zufuhr aus Essen und Ergänzung zusammenje Tag
- 5 µg Nährstoffbezugswert (NRV) für Etiketten
- 20 µg Schätzwert der DGE ab 1 Jahr, wenn der Körper selbst kein Vitamin D bildet
- 50 µg tolerierbare Obergrenze der EFSA für Kinder von 1 bis 10 Jahren
- 100 µg tolerierbare Obergrenze der EFSA für Erwachsene
Je Tagesdosis eines Nahrungsergänzungsmittels
- 20 µg Höchstmengenvorschlag des BfR für Jugendliche und Erwachsene — Hinweis zu hohen Einzeldosen unten
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat die tolerierbare Obergrenze für Vitamin D 2023 überprüft und für Erwachsene bei 100 µg je Tag bestätigt; für Kinder von 1 bis 10 Jahren liegt sie bei 50 µg.3, 4
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) schlägt für Nahrungsergänzungsmittel höchstens 20 µg Vitamin D je Tagesdosis vor, für Jugendliche und Erwachsene.3
Hohe Einzeldosen Vitamin D, die über Nahrungsergänzungsmittel im Abstand von Tagen oder Wochen eingenommen werden, bewertet das BfR als gesundheitlich riskant.12
Quellen (13)
- Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 (Lebensmittelinformation), Anhang XIII Teil A: Nährstoffbezugswert Vitamin D und signifikante Menge (konsolidierte Fassung vom 01.04.2025). Quelle öffnen
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr, Vitamin D (Ableitung 2012). Quelle öffnen
- Bundesinstitut für Risikobewertung: Aktualisierung (2023): Höchstmengenvorschläge für Vitamin D in Lebensmitteln inklusive Nahrungsergänzungsmitteln (Stellungnahme Nr. 007/2024 vom 22.02.2024; aktualisiert die Vitamin-D-Anlage der Stellungnahme Nr. 009/2021). Quelle öffnen
- EFSA: Overview on Tolerable Upper Intake Levels, Version 11 (August 2025); EFSA NDA Panel 2018 und 2023. Quelle öffnen
- Verordnung (EU) Nr. 432/2012, Anhang, Einträge „Vitamin D“ (konsolidierte Fassung vom 20.08.2025). Quelle öffnen
- Verordnung (EG) Nr. 1924/2006, Art. 5 Abs. 1 Buchst. d und Anhang (Angabe „[Name des Vitamins]-Quelle“) (konsolidierte Fassung vom 13.12.2014). Quelle öffnen
- USDA FoodData Central, SR Legacy, Vitamin D (D2 + D3): FDC 168422 (Pfifferlinge, roh), 168423 (Morcheln, roh), 168436 (Shiitake, getrocknet), 168580 (Austernpilze, roh), 169251 (Champignons, weiß, roh). Quelle öffnen
- Richtlinie 2002/46/EG, Anhang II, Abschnitt A.2 (konsolidierte Fassung vom 26.11.2025). Quelle öffnen
- PubChem: Vitamin D3 (Cholecalciferol), CID 5280795; Ergocalciferol, CID 5280793. Quelle öffnen
- Arbeitskreis Lebensmittelchemischer Sachverständiger der Länder und des BVL (ALS): Stellungnahme Nr. 2015/31, Abschnitt 4 (105. Sitzung, April 2015). Quelle öffnen
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Ausgewählte Fragen und Antworten zu Vitamin D (gemeinsam mit BfR und Max Rubner-Institut), Frage 6. Quelle öffnen
- Bundesinstitut für Risikobewertung: Einnahme hoher Einzeldosen Vitamin D über Nahrungsergänzungsmittel im Abstand von Tagen oder Wochen birgt gesundheitliche Risiken (Stellungnahme Nr. 031/2025 vom 03.09.2025, geändert am 29.10.2025). Quelle öffnen
- Max Rubner-Institut: Nationale Verzehrsstudie II, Ergebnisbericht Teil 2 (2008), Anhang Tab. A. 37 — Median der Zufuhr aus Lebensmitteln, Männer und Frauen, 14 bis 80 Jahre. Quelle öffnen