
Nährstoffe · Vitamine
Vitamin E
Tocopherole, z. B. α-Tocopherol · C₂₉H₅₀O₂
Stand: 14.10.2026 · Recherche und Redaktion: Botanical Desire
Vitamin E ist ein fettlösliches Vitamin, das nur von Pflanzen gebildet wird; der Name fasst mehrere Verbindungen zusammen, die Tocopherole und die dazugehörigen Tocotrienole. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) erkennt α-Tocopherol als einzige essenzielle Form an, und die aktuellen Schätzwerte der Deutschen Gesellschaft für Ernährung beziehen sich allein auf diese Form.
Dieser Beitrag beschreibt den Nährstoff. Über Wirkungen sagt er nur, was die EU zugelassen hat — im Wortlaut der Verordnung. Ausführlicher Hinweis am Seitenende.
Auf einen Blick
- Nährstoffbezugswert (NRV) für die Kennzeichnung1
- 12 mgVitamin E · je Tag
- Schätzwert für eine angemessene Zufuhr (DGE)2
- 8 mgRRR-α-Tocopherol je Tag · Erwachsene · Stillende 13 mg
- Tolerierbare Obergrenze (EFSA)3
- 300 mgα-Tocopherol je Tag · Erwachsene · aus allen Quellen
- Zugelassene Angaben nach VO (EU) Nr. 432/20124
- 1im Wortlaut unten
Zugelassene Angaben zu Vitamin E
In der Liste der Verordnung (EU) Nr. 432/2012 steht für Vitamin E eine gesundheitsbezogene Angabe — hier im Wortlaut; mehr sagt diese Seite über Wirkungen nicht.4
Jede dieser Angaben hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) vor der Zulassung anhand der Studienlage geprüft; die Gutachten sind an der jeweiligen Angabe verlinkt.
EU-Register · Wortlaut
- 1 Vitamin E trägt dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützenEFSA-Gutachten 2010
Bedingung: Für Angabe 1: „Die Angabe darf nur für Lebensmittel verwendet werden, die die Mindestanforderungen an eine Vitamin-E-Quelle gemäß der im Anhang der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 aufgeführten Angabe […] erfüllen.“4
Erläuterung: Eine Vitamin-E-Quelle muss eine signifikante Menge enthalten — in der Regel 15 % des Nährstoffbezugswerts, bei Vitamin E also 1,8 mg je 100 g oder 100 ml (Getränke: 7,5 %, also 0,9 mg je 100 ml). Bei Nahrungsergänzungsmitteln müssen diese Mindestmengen nach Auffassung der Sachverständigen der amtlichen Lebensmittelüberwachung in der empfohlenen Tagesverzehrsmenge enthalten sein.1, 5, 9
Eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung und eine gesunde Lebensweise sind wichtig.
Wie viel Vitamin E am Tag
So viel Vitamin E am Tag gilt nach der Deutschen Gesellschaft für Ernährung als angemessen; es sind Schätzwerte, angegeben in RRR-α-Tocopherol (Auswahl ab 13 Jahren).2, 10
- Jugendliche 13 bis unter 19 Jahre8 mg
- Erwachsene ab 19 Jahren8 mg
- Schwangere8 mg
- Stillende13 mg
Der Nährstoffbezugswert (NRV) von 12 mg ist die einheitliche Bezugsgröße für Prozentangaben auf Etiketten in der EU. Zu den Einheiten: Für Nahrungsergänzungsmittel schreibt die Richtlinie 2002/46/EG die Angabe von Vitamin E in mg α-Tocopheroläquivalent (α-TE) vor; α-TE rechnet die Gehalte verschiedener Tocopherole und Tocotrienole mit unterschiedlichen Faktoren auf α-Tocopherol um. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung bezog ihre Schätzwerte früher auf Tocopheroläquivalente (11 bis 15 mg je Tag); die Ableitung von 2024 gilt nur noch für α-Tocopherol, und die Umrechnung in Tocopheroläquivalente gilt der DGE inzwischen als überholt. Die DGE-Tabelle gibt ihre Werte in RRR-α-Tocopherol an (1 mg RRR-α-Tocopherol entspricht 2 mg all-rac-α-Tocopherol).1, 7, 3, 10, 2
Wie viel Vitamin E in Deutschland üblicherweise aufgenommen wird
Median der täglichen Vitamin-E-Zufuhr (Tocopheroläquivalente) aus Lebensmitteln, 14 bis 80 Jahre, nach der Nationalen Verzehrsstudie II des Max Rubner-Instituts (Befragung 2005/2006).12
- Männer
- 13,7 mg
- Frauen
- 12,0 mg
Die NVS II gibt Vitamin E in Tocopheroläquivalenten an, die Schätzwerte der DGE gelten für RRR-α-Tocopherol — das ist nicht dieselbe Größe.12, 2, 10
In welchen Lebensmitteln Vitamin E vorkommt
Gehalt je 100 g nach der US-Lebensmitteldatenbank (USDA), angegeben als α-Tocopherol; Auswahl pflanzlicher Lebensmittel, die die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) namentlich nennt. Nach der DGE sind die besten Vitamin-E-Lieferanten Nüsse, Samen und daraus hergestellte Pflanzenöle und Fette. Weizenkeimöl, das die DGE zuerst nennt, fehlt in der Auswahl: Die USDA führt dafür nur einen Wert von 1979, zu dem keine Messungen angegeben sind.2, 10, 6
Balken im Verhältnis zum Sonnenblumenöl:
- Sonnenblumenöl 41,1 mg
- Sonnenblumenkerne 35,2 mg
- Mandeln 25,6 mg
- Rapsöl 17,5 mg
- Haselnüsse 15 mg
- Olivenöl 14,4 mg
- Sojaöl 8,18 mg
Zulässige Formen von Vitamin E
Diese Verbindungen dürfen Nahrungsergänzungsmitteln als Vitamin E zugesetzt werden. Für die gemischten Tocopherole nennt die Richtlinie die Zusammensetzung (α-Tocopherol < 20 %, β-Tocopherol < 10 %, γ-Tocopherol 50–70 % und δ-Tocopherol 10–30 %); für Tocotrienol-Tocopherol nennt sie typische Mengen der einzelnen Tocopherole und Tocotrienole.7
- D-α-Tocopherol
- DL-α-Tocopherol
- D-α-Tocopherylacetat
- DL-α-Tocopherylacetat
- D-α-Tocopherylsäuresuccinat
- Gemischte Tocopherole
- Tocotrienol-Tocopherol
Obergrenzen für Vitamin E
Aus allen Quellen zusammenEssen, Trinken und Ergänzung, je Tag
- 8 mg Schätzwert der DGE in RRR-α-Tocopherol für Erwachsene, ebenso für Jugendliche von 13 bis unter 19 Jahren und für Schwangere
- 12 mg Nährstoffbezugswert (NRV) für Etiketten
- 13 mg Schätzwert der DGE in RRR-α-Tocopherol für Stillende
- 300 mg tolerierbare Obergrenze der EFSA für Erwachsene (α-Tocopherol). Nach der EFSA gilt sie nicht für Personen, die wegen bestimmter Erkrankungen oder Arzneimittel unter ärztlicher Aufsicht stehen — Näheres unten
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) bestätigte 2024 die vom früheren Wissenschaftlichen Lebensmittelausschuss (SCF) im Jahr 2003 festgelegte tolerierbare Obergrenze für Vitamin E: 300 mg α-Tocopherol je Tag für Erwachsene, auch für Schwangere und Stillende, bezogen auf die Zufuhr aus allen Quellen. Sie gilt für alle Stereoisomere des α-Tocopherols; für Kinder und Jugendliche liegen die Werte zwischen 100 mg (1 bis 3 Jahre) und 260 mg (15 bis 17 Jahre) je Tag; für Säuglinge legte die EFSA 2024 erstmals Werte fest: 50 mg (4 bis 6 Monate) und 60 mg (7 bis 11 Monate) je Tag. Die Obergrenzen gelten für die allgemeine europäische Bevölkerung. Nach der EFSA gelten sie nicht für Personen, die wegen bestimmter Erkrankungen oder Arzneimittel unter ärztlicher Aufsicht stehen; für sie soll jede Zufuhr von α-Tocopherol über Nahrungsergänzungsmittel ärztlich begleitet werden. Der SCF hatte Vitamin E 2003 noch in α-Tocopheroläquivalenten ausgedrückt.3, 11
Quellen (12)
- Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 (Lebensmittelinformation), Anhang XIII Teil A: Nährstoffbezugswert Vitamin E und signifikante Menge (konsolidierte Fassung vom 01.04.2025). Quelle öffnen
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr, Vitamin E (Ableitung 2024). Quelle öffnen
- EFSA NDA Panel: Scientific opinion on the tolerable upper intake level for vitamin E, EFSA Journal 2024;22(8):e8953 (angenommen am 28.06.2024), doi:10.2903/j.efsa.2024.8953. Quelle öffnen
- Verordnung (EU) Nr. 432/2012, Anhang, Eintrag „Vitamin E“ (konsolidierte Fassung vom 20.08.2025). Quelle öffnen
- Verordnung (EG) Nr. 1924/2006, Art. 5 Abs. 1 Buchst. d und Anhang (Angabe „[Name des Vitamins]-Quelle“) (konsolidierte Fassung vom 13.12.2014). Quelle öffnen
- USDA FoodData Central, SR Legacy, Vitamin E (alpha-tocopherol): FDC 171025 (Sonnenblumenöl), 170562 (Sonnenblumenkerne, getrocknet), 170567 (Mandeln), 172336 (Rapsöl), 170581 (Haselnüsse), 171413 (Olivenöl), 171411 (Sojaöl). Quelle öffnen
- Richtlinie 2002/46/EG, Art. 8 Abs. 1, Anhang I (Vitamin E in mg α-TE) und Anhang II, Abschnitt A.3 (konsolidierte Fassung vom 26.11.2025). Quelle öffnen
- PubChem: alpha-Tocopherol, CID 14985 (C29H50O2). Quelle öffnen
- Arbeitskreis Lebensmittelchemischer Sachverständiger der Länder und des BVL (ALS): Stellungnahme Nr. 2015/31, Abschnitt 4 (105. Sitzung, April 2015). Quelle öffnen
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Ausgewählte Fragen und Antworten zu Vitamin E, Fragen 1, 4, 5 und 7 (letzte Änderung 10.09.2025). Quelle öffnen
- Wissenschaftlicher Lebensmittelausschuss (SCF): Opinion on the Tolerable Upper Intake Level of Vitamin E (angenommen am 04.04.2003), in: EFSA, Tolerable Upper Intake Levels for Vitamins and Minerals (2006), S. 243–250. Quelle öffnen
- Max Rubner-Institut: Nationale Verzehrsstudie II, Ergebnisbericht Teil 2 (2008), Anhang Tab. A. 38 (S. 249), Text Kap. 5.6.3 (S. 111) — Median der Vitamin-E-Zufuhr (Tocopheroläquivalente) aus Lebensmitteln, Männer und Frauen, 14 bis 80 Jahre. Quelle öffnen