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Schwarze Senfsaat (Brassica nigra)
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Pflanzenkompendium

Schwarze Senfsaat Brassica nigra

Stand: Oktober 2026 · Recherche und Redaktion: Botanical Desire

Die Schwarze Senfsaat (Brassica nigra (L.) W.D.J. Koch) gehört zur Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae) und ist seit der Antike als Gewürz- und Nutzpflanze bekannt. Verwendet werden ihre kleinen, dunklen Samen; aus ihnen wird ein Extrakt gewonnen. Charakteristisch für die Saat ist das Glucosinolat Sinigrin, die Vorstufe des scharfen Allylsenföls; hinzu kommen Phenolsäuren wie die Sinapinsäure und Flavonoide. Wie viel Selen die Samen enthalten, hängt — wie bei allen pflanzlichen Lebensmitteln — vom Selengehalt des Bodens ab.

Dieser Beitrag beschreibt die Pflanze und gibt veröffentlichte Studien wieder. Die genannten Ergebnisse gelten für die dort untersuchten Extrakte, Mengen und Zubereitungen — nicht für Produkte von Botanical Desire. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung. Ausführlicher Hinweis am Seitenende.

Auf einen Blick

Botanischer Name
Brassica nigra (L.) W.D.J. Koch
Familie
Brassicaceae (Kreuzblütler)
Verwendeter Pflanzenteil
Samen (schwarze Senfkörner)
Leitsubstanzen
Selen (Gehalt abhängig vom Boden), Glucosinolat Sinigrin, Sinapinsäure, Flavonoide

Zum Nachlesen

Schwarze Senfsaat: Inhaltsstoffe

Charakteristisch für die Samen des Schwarzen Senfs ist das Glucosinolat Sinigrin, die Vorstufe des scharfen Allylsenföls (Allylisothiocyanat): Eine Übersichtsarbeit nennt für die Samen 24,5 bis 61,2 g Sinigrin je kg bei 26 bis 62,4 g Glucosinolaten insgesamt [4]. Hinzu kommen Phenolsäuren wie die Sinapinsäure [1]. In Extrakten aus gerösteten Samen des Schwarzen Senfs lag der Gesamtphenolgehalt zwischen 29,85 und 72,39 mg Gallussäure-Äquivalenten je Gramm Extrakt [1], in Wasser- und Ethanolextrakten aus Samen von Gelbem und Schwarzem Senf zwischen 12,35 und 28,82 mg; der Flavonoidgehalt lag dort zwischen 12,18 und 28,36 mg Quercetin-Äquivalenten je Gramm Extrakt [2]. Der Selengehalt der Samen hängt, wie bei allen pflanzlichen Lebensmitteln, vom Selengehalt der Böden ab und schwankt stark [3].

  • Sinigrin — Glucosinolat (Senfölglykosid), Vorstufe des Allylsenföls (Allylisothiocyanat); nahezu der gesamte Glucosinolatgehalt der Samen [4]
  • Sinapinsäure — Phenolsäure (Hydroxyzimtsäure), per Flüssigchromatographie in allen untersuchten Samenextrakten nachgewiesen [1]
  • Flavonoide — Polyphenole; der gemessene Gehalt hing vom Extraktionsverfahren ab [1]
  • Selen — Spurenelement; Gehalt abhängig vom Selengehalt des Bodens [3]

Forschungslage

Phenolgehalt, antioxidative Kapazität und Botenstoffe im Laborversuch

Nitthikan et al. (2026) rösteten Samen des Schwarzen Senfs 20 Minuten bei 150 °C, mahlten sie und extrahierten das Pulver im Soxhlet-Verfahren nacheinander mit Hexan und mit Ethanol, in einem dritten Ansatz ultraschallgestützt mit Ethanol. Im DPPH-Test lag die halbmaximale Hemmkonzentration der beiden Ethanol-Extrakte bei 1,41 und 1,67 mg/ml, die des Hexan-Extrakts bei 8,73 mg/ml; auch Reduktionskraft (FRAP-Test) und Hemmung der Lipidperoxidation (β-Carotin-Bleichtest) waren bei den Ethanol-Extrakten höher als beim Hexan-Extrakt — Befunde aus dem Reagenzglas; Humandaten dazu liegen nicht vor [1].

In Zellkultur mit Mausmakrophagen (RAW 264.7), die mit Lipopolysaccharid (einem Bestandteil bakterieller Zellwände) stimuliert worden waren, lag die mRNA-Menge der Botenstoffe IL-6 und IL-31 nach Zugabe der beiden Ethanol-Extrakte (10 bis 200 µg/ml) niedriger als ohne Extrakt — ein Befund aus der Zellkultur; Humandaten dazu liegen nicht vor [1].

Polat Köse (2025) bestimmte das Phenolprofil von Wasser- und Ethanolextrakten aus Samen von Gelbem und Schwarzem Senf per Flüssigchromatographie mit Tandem-Massenspektrometrie und maß die antioxidative Kapazität im Reagenzglas: Die halbmaximalen Hemmkonzentrationen lagen im DPPH-Test zwischen 1199 und 1799 µg/ml, im ABTS-Test zwischen 786,6 und 1259 µg/ml; Humandaten dazu liegen nicht vor [2].

Mengen in Studien
  • Studienmengen: keine — die ausgewerteten Arbeiten sind Laboruntersuchungen an Samenextrakten und nennen keine Mengen für den Menschen

Wie belastbar die Studien sind

Phenolgehalt, antioxidative Kapazität und Botenstoffe im Laborversuch (Sinapinsäure, Flavonoide): Evidenzgrad vorläufig — zwei Laborstudien an Samenextrakten, eine davon mit Zellversuch; Röstung, Extraktionsverfahren und untersuchte Senfarten unterscheiden sich, die Gesamtphenolgehalte der Extrakte lagen zwischen 12,35 und 72,39 mg Gallussäure-Äquivalenten je Gramm.

Evidenzgrade: stark steht für mehrere randomisiert-kontrollierte Studien oder Meta-Analysen mit konsistenten Ergebnissen, moderat für einzelne, überwiegend positive randomisiert-kontrollierte Studien, und vorläufig für präklinische oder inkonsistente Datenlage. Die Einstufung orientiert sich an einer vereinfachten, an GRADE angelehnten Logik (Studiendesign, Konsistenz, Nähe zur Fragestellung).

Limitation: Beide Studien sind Laboruntersuchungen an Samenextrakten; Humandaten zu diesen Befunden liegen nicht vor.

Schwarze Senfsaat: Studien im Detail

[1] Nitthikan et al. (2026) — Samenextrakte des Schwarzen Senfs im Labor

  • Journal: International Journal of Molecular Sciences
  • Studientyp: In-vitro-Studie mit Zellkultur (präklinisch)
  • Teilnehmer: keine; Extrakte aus gerösteten Samen (Soxhlet nacheinander mit Hexan und Ethanol; Ethanol mit Ultraschall) und RAW-264.7-Zellen (Mausmakrophagen)
  • Dosierung: keine Verzehrmenge; im Zellversuch 10–200 µg Extrakt je ml
  • Kernergebnis: Sinapinsäure per HPLC in allen drei Extrakten nachgewiesen (0,06–0,37 mg je g Extrakt); Gesamtphenolgehalt am höchsten im Ethanol-Extrakt (72,39 mg GAE je g), Flavonoidgehalt am höchsten im Ultraschall-Extrakt (128,67 mg QE je g); halbmaximale Hemmkonzentration im DPPH-Test 1,41 bzw. 1,67 mg/ml (Ethanol-Extrakte) gegenüber 8,73 mg/ml (Hexan-Extrakt); in LPS-stimulierten Zellen geringere mRNA-Menge von IL-6 und IL-31 nach Zugabe der Ethanol-Extrakte
  • Limitationen: reine Labor- und Zellkulturdaten; Samen vor der Extraktion geröstet; Zellversuch nur mit den Ethanol-Extrakten; keine Daten zu Aufnahme oder Verzehr beim Menschen
  • Finanzierung: keine externe Finanzierung; keine Interessenkonflikte erklärt
  • DOI: 10.3390/ijms27104603 · PMID: 42196580

[2] Polat Köse (2025) — Phenolprofil von Gelbem und Schwarzem Senf im Labor

  • Journal: Chemistry & Biodiversity
  • Studientyp: In-vitro- und phytochemische Analyse (präklinisch)
  • Teilnehmer: keine; Wasser- und Ethanolextrakte aus Samen von Sinapis alba und Brassica nigra
  • Dosierung: nicht zutreffend
  • Kernergebnis: Gesamtphenolgehalt der Extrakte beider Arten 12,35 bis 28,82 mg Gallussäure-Äquivalente je g Extrakt, Flavonoide 12,18 bis 28,36 mg Quercetin-Äquivalente je g Extrakt; Phenolprofil per LC-MS/MS bestimmt; halbmaximale Hemmkonzentration im DPPH-Test 1199–1799 µg/ml, im ABTS-Test 786,6–1259 µg/ml
  • Limitationen: reine In-vitro-Studie; zwei Senfarten gemeinsam untersucht; keine Humandaten
  • Finanzierung: im frei zugänglichen Abstract nicht angegeben
  • DOI: 10.1002/cbdv.202500762 · PMID: 40876013

Quellenverzeichnis

  1. Nitthikan N, Chaichit S, Supadej K, et al. (2026). „Brassica nigra L. Seed Extracts as a Promising Source of Antioxidant and Anti-Inflammatory Agents". International Journal of Molecular Sciences, 27(10), 4603. DOI: 10.3390/ijms27104603 · PMID: 42196580
  2. Polat Köse L (2025). „An Investigation on Yellow (Sinapis alba) and Black (Brassica nigra) Mustard Seed Extracts: Antioxidant, Anticholinergic Activities, and Phenolic Analysis via Liquid Chromatography-Tandem Mass Spectrometry". Chemistry & Biodiversity, 22(10), e00762. DOI: 10.1002/cbdv.202500762 · PMID: 40876013
  3. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (2015). „Selen" — Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr (Stand der Ableitung 2015). https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/selen/
  4. Lietzow J (2021). „Biologically Active Compounds in Mustard Seeds: A Toxicological Perspective". Foods, 10(9), 2089. DOI: 10.3390/foods10092089 · PMID: 34574199
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