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Vitamin B2 (Riboflavin) — Darstellung mit Weizenkeimen, Sonnenblumenkernen, Spinat und Haferflocken
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Vitamin B2 (Riboflavin)

Riboflavin, Isoalloxazin-Derivat · C₁₇H₂₀N₄O₆

Stand: 24.10.2026 · Recherche und Redaktion: Botanical Desire

Vitamin B2, auch Riboflavin genannt, ist ein wasserlösliches und sehr lichtempfindliches Vitamin aus der Gruppe der B-Vitamine. Als gute Lieferanten nennt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung Innereien wie Leber und Niere sowie Fisch, Milch und Milchprodukte.

Dieser Beitrag beschreibt den Nährstoff. Über Wirkungen sagt er nur, was die EU zugelassen hat — im Wortlaut der Verordnung. Ausführlicher Hinweis am Seitenende.

Auf einen Blick

Nährstoffbezugswert (NRV) für die Kennzeichnung1
1,4 mgje Tag
Empfohlene Zufuhr für Erwachsene (DGE)2
1,0–1,4 mgje Tag · nach Geschlecht und Alter
Höchstmengenvorschlag für Nahrungsergänzungsmittel (BfR)3, 12
keinernach derzeitigem Kenntnisstand verzichtbar · ab 15 Jahren
Tolerierbare Obergrenze (SCF, EFSA-Übersicht)4, 13
nicht ableitbarDaten unzureichend
Zugelassene Angaben nach VO (EU) Nr. 432/20125
9im Wortlaut unten

Zugelassene Angaben zu Vitamin B2 (Riboflavin)

In der Liste der Verordnung (EU) Nr. 432/2012 stehen für Vitamin B2 (Riboflavin) 9 gesundheitsbezogene Angaben — hier im Wortlaut; mehr sagt diese Seite über Wirkungen nicht.5

Jede dieser Angaben hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) vor der Zulassung anhand der Studienlage geprüft; die Gutachten sind an der jeweiligen Angabe verlinkt.

EU-Register · Wortlaut

  1. 1 Riboflavin trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel beiEFSA-Gutachten 2010
  2. 2 Riboflavin trägt zu einer normalen Funktion des Nervensystems beiEFSA-Gutachten 2010
  3. 3 Riboflavin trägt zur Erhaltung normaler Schleimhäute beiEFSA-Gutachten 2010
  4. 4 Riboflavin trägt zur Erhaltung normaler roter Blutkörperchen beiEFSA-Gutachten 2010
  5. 5 Riboflavin trägt zur Erhaltung normaler Haut beiEFSA-Gutachten 2010
  6. 6 Riboflavin trägt zur Erhaltung normaler Sehkraft beiEFSA-Gutachten 2010
  7. 7 Riboflavin trägt zu einem normalen Eisenstoffwechsel beiEFSA-Gutachten 2010
  8. 8 Riboflavin trägt dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützenEFSA-Gutachten 2010
  9. 9 Riboflavin trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung beiEFSA-Gutachten 2010

Bedingung: Für die Angaben 1 bis 9 gleichlautend: „Die Angabe darf nur für Lebensmittel verwendet werden, die die Mindestanforderungen an eine Riboflavinquelle gemäß der im Anhang der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 aufgeführten Angabe […] erfüllen.“5

Erläuterung: Eine Riboflavinquelle muss eine signifikante Menge enthalten — in der Regel 15 % des Nährstoffbezugswerts, bei Vitamin B2 also 0,21 mg je 100 g oder 100 ml (Getränke: 7,5 %, also 0,105 mg je 100 ml). Bei Nahrungsergänzungsmitteln müssen diese Mindestmengen nach Auffassung der Sachverständigen der amtlichen Lebensmittelüberwachung in der empfohlenen Tagesverzehrsmenge enthalten sein.1, 6, 10

Eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung und eine gesunde Lebensweise sind wichtig.

Wie viel Vitamin B2 (Riboflavin) am Tag

So viel Vitamin B2 am Tag nennt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung als empfohlene Zufuhr (Auswahl ab 13 Jahren). Wo zwei Werte stehen, gilt der erste für männliche, der zweite für weibliche Personen.2

Frauen, MädchenMänner, Jungen

  • Jugendliche 13 bis unter 15 Jahre1,4 / 1,1 mg
  • Jugendliche 15 bis unter 19 Jahre1,6 / 1,2 mg
  • Erwachsene 19 bis unter 51 Jahre1,4 / 1,1 mg
  • Erwachsene ab 51 Jahren1,3 / 1,0 mg
  • Schwangere im 2. Trimester1,3 mg
  • Schwangere im 3. Trimester1,4 mg
  • Stillende1,4 mg

Der Nährstoffbezugswert (NRV) von 1,4 mg ist die einheitliche Bezugsgröße für Prozentangaben auf Etiketten in der EU.1

In welchen Lebensmitteln Vitamin B2 (Riboflavin) vorkommt

Gehalt je 100 g nach der US-Lebensmitteldatenbank (USDA), pflanzliche Auswahl. Besonders viel Vitamin B2 enthalten nach der Deutschen Gesellschaft für Ernährung Innereien wie Leber und Niere sowie Getreidekeimflocken, außerdem einige Käsesorten und Fisch; Hauptlieferanten sind hierzulande Milch und Milcherzeugnisse. Die übrigen Zeilen stammen aus den Beispielen der DGE, mit welchen Lebensmitteln sich die empfohlene Zufuhr erreichen lässt (gegarter Spinat), und aus ihrem Tipp, täglich Vollkornprodukte zu essen. Nach der DGE ist Vitamin B2 sehr lichtempfindlich und geht beim Kochen ins Wasser über; Lebensmittel sollten deshalb dunkel gelagert und Kochwasser möglichst mitverwendet werden.2, 7, 11

Balken im Verhältnis zu den Weizenkeimen:

  • Weizenkeime, roh 0,499 mg36 % NRV
  • Spinat, gegart 0,236 mg17 % NRV
  • Weizenvollkornmehl 0,188 mg13 % NRV
  • Haferflocken, trocken, nicht angereichert 0,155 mg11 % NRV

Prozent vom Nährstoffbezugswert (NRV) für Etiketten, gerechnet je 100 g; der NRV für Vitamin B2 liegt bei 1,4 mg.1

Zulässige Formen von Vitamin B2 (Riboflavin)

Diese Verbindungen dürfen Nahrungsergänzungsmitteln als Vitamin B2 zugesetzt werden.8

  • Riboflavin
  • Natrium-Riboflavin-5′-phosphat

Obergrenzen für Vitamin B2 (Riboflavin)

Aus allen Quellen zusammenEssen, Trinken und Ergänzung, je Tag

  • 1,0–1,4 mg empfohlene Zufuhr für Erwachsene (DGE), nach Geschlecht und Alter
  • 1,4 mg Nährstoffbezugswert (NRV) für Etiketten
Eine tolerierbare Obergrenze ist nicht ableitbar (Daten unzureichend): Der Wissenschaftliche Lebensmittelausschuss der EU (SCF) hielt 2000 fest, dass die Daten für eine Risikobewertung nicht ausreichen; die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) führt diesen Befund in ihrer Übersicht weiter.4, 13

Eine tolerierbare Obergrenze für Vitamin B2 ist nicht ableitbar (Daten unzureichend): Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) führt Vitamin B2 in ihrer Übersicht der Obergrenzen vom August 2025 mit dem Befund, dass für die Ableitung keine ausreichenden Daten vorliegen. Der Befund geht auf den früheren Wissenschaftlichen Lebensmittelausschuss der EU (SCF) zurück, der im November 2000 festhielt, dass die Daten zu nachteiligen Effekten einer hohen über den Mund aufgenommenen Menge für eine Risikobewertung nicht ausreichen; die vorliegenden Studien seien nach Qualität und Umfang nicht geeignet, eine Obergrenze zu bestimmen.4, 13

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) schlägt für Vitamin B2 keine Höchstmenge für Nahrungsergänzungsmittel vor. Die Höchstmengenvorschläge des BfR für Nahrungsergänzungsmittel beziehen sich auf Jugendliche ab 15 Jahren und Erwachsene. Das BfR hält dazu fest, dass für Vitamin B2 keine tolerierbare Obergrenze abgeleitet wurde. Auch wenn sich aus den wenigen vorliegenden Daten nicht schließen lasse, dass Vitamin B2 bei hohen Aufnahmen kein Potenzial für unerwünschte gesundheitliche Effekte hat, könne aus Sicht des BfR nach derzeitigem Kenntnisstand auf die Festlegung einer Höchstmenge verzichtet werden, sowohl für Nahrungsergänzungsmittel als auch für die Anreicherung von Lebensmitteln des allgemeinen Verzehrs. Diese Einschätzung stammt aus der Aktualisierung der Höchstmengenvorschläge von 2021 (Stellungnahme Nr. 009/2021) und steht unverändert in der Übersicht des BfR (Dokumentseite vom 09.03.2026).3, 12

Quellen (13)
  1. Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 (Lebensmittelinformation), Anhang XIII Teil A: Nährstoffbezugswert Riboflavin und signifikante Menge (konsolidierte Fassung vom 01.04.2025). Quelle öffnen
  2. Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr, Riboflavin (Vitamin B₂) (Ableitung 2015). Quelle öffnen
  3. Bundesinstitut für Risikobewertung: Höchstmengen für Vitamin B1, Vitamin B2 und Pantothensäure in Lebensmitteln inklusive Nahrungsergänzungsmitteln, Abschnitte 1 und 2.2.3 (Kapitel zur Stellungnahme Nr. 009/2021 vom 15.03.2021, unverändert Teil der Stellungnahme Nr. 006/2024 vom 22.02.2024). Quelle öffnen
  4. EFSA: Overview on Tolerable Upper Intake Levels, Version 11 (August 2025), Tabelle 3 „Tolerable Upper Intake Levels for vitamins“ (Vitamin B2: „No adequate data to derive a UL“). Quelle öffnen
  5. Verordnung (EU) Nr. 432/2012, Anhang, Einträge „Riboflavin (Vitamin B2)“ (konsolidierte Fassung vom 20.08.2025). Quelle öffnen
  6. Verordnung (EG) Nr. 1924/2006, Art. 5 Abs. 1 Buchst. d und Anhang (Angabe „[Name des Vitamins]-Quelle“) (konsolidierte Fassung vom 13.12.2014). Quelle öffnen
  7. USDA FoodData Central, SR Legacy, Riboflavin: FDC 168892 (Weizenkeime, roh), 168463 (Spinat, gekocht, abgetropft, ohne Salz), 168944 (Weizenvollkornmehl, Weichweizen), 173904 (Haferflocken, regulär und schnell, nicht angereichert, trocken). Quelle öffnen
  8. Richtlinie 2002/46/EG, Anhang II, Abschnitt A.6 (konsolidierte Fassung vom 26.11.2025). Quelle öffnen
  9. PubChem: Riboflavin, CID 493570 (C17H20N4O6). Quelle öffnen
  10. Arbeitskreis Lebensmittelchemischer Sachverständiger der Länder und des BVL (ALS): Stellungnahme Nr. 2015/31, Abschnitt 4 (105. Sitzung, April 2015). Quelle öffnen
  11. Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Ausgewählte Fragen und Antworten zu Riboflavin, Fragen 1, 5, 6 und 7 (letzte Änderung 10.09.2025). Quelle öffnen
  12. Bundesinstitut für Risikobewertung: Höchstmengenempfehlungen des BfR für Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln und angereicherten Lebensmitteln (Übersicht, Dokumentseite des BfR vom 09.03.2026; Vitamin B2: 2021 „Keine Höchstmengen“). Quelle öffnen
  13. Wissenschaftlicher Lebensmittelausschuss (SCF): Opinion on the Tolerable Upper Intake Level of Vitamin B2 (abgegeben am 22.11.2000), in: EFSA, Tolerable Upper Intake Levels for Vitamins and Minerals (2006), S. 87–92. Quelle öffnen
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