Pflanzenkompendium
Kurkuma Curcuma longa
Stand: Oktober 2026 · Recherche und Redaktion: Botanical Desire
Kurkuma, auch Gelbwurz, ist der Wurzelstock (Rhizom) der mehrjährigen Staude Curcuma longa L. aus der Familie der Ingwergewächse; heimisch ist sie im tropischen Asien, vor allem in Indien, das bis heute größter Erzeuger und Verbraucher ist. Als Gewürz wird das Rhizom kurz gebrüht und getrocknet; in Curry ist es nach den deutschen Leitsätzen für Gewürze der meist zugleich farbgebende Grundbestandteil. Die gelbe Farbe stammt von den Curcuminoiden, allen voran dem Curcumin; das Aroma trägt ein ätherisches Öl mit den Turmeronen.
Dieser Beitrag beschreibt die Pflanze und gibt veröffentlichte Studien wieder. Die genannten Ergebnisse gelten für die dort untersuchten Extrakte, Mengen und Zubereitungen — nicht für Produkte von Botanical Desire. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung. Ausführlicher Hinweis am Seitenende.
Auf einen Blick
- Botanischer Name
- Curcuma longa L. (Synonym: Curcuma domestica Valeton)
- Familie
- Zingiberaceae (Ingwergewächse)
- Verwendeter Pflanzenteil
- Wurzelstock (Rhizom)
- Leitsubstanzen
- Curcuminoide (v. a. Curcumin), ätherisches Öl mit Turmeronen
Zum Nachlesen
Kurkuma: Inhaltsstoffe
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Die Curcuminoide machen im Rhizom etwa 1 bis 5 Prozent aus [1]. In einer Analyse von reinem Kurkumapulver lag der Curcumin-Gehalt durchschnittlich bei 3,14 Prozent [2]; die Europäische Arzneimittel-Agentur hält fest, dass Gehaltsangaben von 5 Prozent und mehr in der Literatur auf keinen eigenen Analysen beruhen und Arbeiten mit Analysedaten auf etwa 3 Prozent Curcumin kommen [3]. Das ätherische Öl macht 3 bis 6 Prozent der getrockneten Rhizome aus [4] und trägt das Aroma; Curcumin selbst kommt im ätherischen Öl nicht vor [5].
- Curcuminoide — Curcumin (etwa 75 bis 80 Prozent der Curcuminoide), Demethoxycurcumin (etwa 15 bis 20 Prozent) und Bisdemethoxycurcumin (3 bis 5 Prozent) [1]
- Ätherisches Öl — Hauptbestandteile sind ar-Turmeron, α- und β-Turmeron, daneben α-Zingiberen, ar-Curcumen und β-Sesquiphellandren; die Zusammensetzung schwankt je nach Herkunft und Verarbeitung stark [5]. Im Öl aus getrockneten Rhizomen, das die EFSA bewertet hat, macht ar-Turmeron rund 60 Prozent aus [4]
- Curcumin als Lebensmittelfarbstoff E 100 — gewonnen durch Lösungsmittelextraktion aus gemahlenem Kurkuma und durch Kristallisation gereinigt, mit mindestens 90 Prozent Farbstoffen [6]
Forschungslage
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Aufnahme ins Blut in Humanstudien
Curcumin wird im Darm sehr schlecht aufgenommen und überwiegend mit dem Stuhl ausgeschieden [4]. In einer randomisierten Crossover-Studie an acht ausgewerteten gesunden jungen Männern lag Curcumin nach 2 g allein im Serum meist unter der Nachweisgrenze. Zusammen mit 20 mg Piperin, dem Scharfstoff des schwarzen Pfeffers, war die Fläche unter der Konzentrationskurve rund 20-mal so groß; die Autoren geben die relative Bioverfügbarkeit mit 2000 Prozent an. Die Höchstwerte blieben niedrig: 0,006 µg/ml ohne und 0,18 µg/ml mit Piperin (Shoba et al., 1998 [7]). In einer randomisierten Crossover-Studie an 23 gesunden Erwachsenen war die Bioverfügbarkeit, gemessen als Fläche unter der Konzentrationskurve, bei einer mizellaren Zubereitung 185-mal und bei mikronisiertem Pulver 9-mal so hoch wie bei nativem Pulver; Frauen nahmen Curcumin effizienter auf als Männer (Schiborr et al., 2014 [8]). Zur Einordnung: Beide Studien maßen nach einer Einzeldosis nur die Konzentration im Blut. Das BfR verweist auf eine weitere Humanstudie, in der die Bioverfügbarkeit mit 5 mg Piperin nur etwa doppelt so hoch war wie ohne, und hält fest, dass die Steigerung vermutlich je nach Menge und Mischungsverhältnis stark schwankt [1].
Gedächtnis- und Aufmerksamkeitstests in randomisierten Studien
Eine systematische Übersicht schloss 10 randomisierte Studien mit zusammen 531 Teilnehmenden ein, acht davon an Älteren ohne Demenz. Für die globale kognitive Leistung fand ihre Meta-Analyse keinen signifikanten Unterschied (standardisierte Mittelwertdifferenz, SMD 0,14; 95 %-KI −0,78 bis 1,07), in Teilauswertungen dagegen beim Arbeitsgedächtnis (SMD 1,01; 95 %-KI 0,15 bis 1,87) und bei der Verarbeitungsgeschwindigkeit (SMD 0,37; 95 %-KI 0,07 bis 0,67); unerwünschte Ereignisse traten unter Curcumin häufiger auf (Yu et al., 2025 [9]). In einer randomisierten, doppelblinden Studie an 60 gesunden Erwachsenen zwischen 60 und 85 Jahren schnitt die Curcumin-Gruppe eine Stunde nach 400 mg einer Zubereitung mit festen Lipidpartikeln (Longvida, rund 80 mg Curcumin) in Tests zur Daueraufmerksamkeit und zum Arbeitsgedächtnis besser ab als die Placebogruppe, nach vier Wochen täglicher Einnahme im Arbeitsgedächtnis (Cox et al., 2015 [10]). Eine randomisierte, doppelblinde Studie über 18 Monate an 40 Erwachsenen ohne Demenz zwischen 51 und 84 Jahren, teils mit leichter kognitiver Beeinträchtigung, fand mit 90 mg Curcumin (Theracurmin) zweimal täglich einen grenzwertigen Unterschied zwischen den Gruppen im Langzeitabruf eines Gedächtnistests (Effektstärke 0,68; p = 0,05) und einen Unterschied in der Aufmerksamkeit (Effektstärke 0,67; p = 0,04) (Small et al., 2018 [11]). Eine randomisierte, doppelblinde Studie über zwölf Monate an kognitiv unauffälligen, zu Hause lebenden Erwachsenen zwischen 40 und 90 Jahren mit 1500 mg eines Kurkumaextrakts am Tag fand bei keiner kognitiven Messgröße einen Unterschied zwischen den Gruppen außer beim Montreal Cognitive Assessment (MoCA), einem Kurztest der allgemeinen geistigen Leistung; dieser Unterschied ging auf eine Verschlechterung der Placebogruppe nach sechs Monaten zurück. Ausgewertet wurden 96 von 160 Personen, 39 unter Curcumin und 57 unter Placebo (Rainey-Smith et al., 2016 [12]). Zur Einordnung: Die drei Einzelstudien setzten jeweils eine eigene Spezialzubereitung ein, ihre Ergebnisse gelten für diese Zubereitungen; alle drei sind auch in der Meta-Analyse enthalten. Die Meta-Analyse weist für die globale Leistung und für das Arbeitsgedächtnis eine hohe Heterogenität aus (I² 90,8 bzw. 88,3 Prozent).
Muskelwerte nach sportlicher Belastung
Eine Meta-Analyse von 10 randomisierten Studien mit Auswertung nach Tagesmenge fand nach Curcumin niedrigere Werte des Muskelenzyms Kreatinkinase (−65,98 U/l; 95 %-KI −99,53 bis −32,44), einen geringeren Muskelkater (gewichtete Mittelwertdifferenz −0,56; 95 %-KI −0,84 bis −0,27) und einen größeren Bewegungsumfang (6,49 Grad; 95 %-KI 3,91 bis 9,07); IL-6 und IL-8 unterschieden sich nicht (Beba et al., 2022 [13]). Eine spätere systematische Übersicht mit 16 Studien an gesunden Erwachsenen fand in ihren Meta-Analysen keinen statistisch signifikanten Unterschied bei Muskelschaden und Muskelkater (0 bis 96 Stunden nach der Belastung) oder bei Entzündungswerten (0 bis 72 Stunden); nach Einschätzung der Autoren reicht die Datenlage für Empfehlungen nicht aus (Oxley & Peart, 2024 [14]). Zur Einordnung: Die beiden Auswertungen unterscheiden sich vor allem in der statistischen Signifikanz — die Schätzwerte für Muskelschaden und Muskelkater lagen auch bei Oxley & Peart überwiegend in derselben Richtung wie bei Beba et al.; die untersuchten Mengen reichten von 150 mg bis 6 g am Tag.
CRP und Zytokine im Blut in Meta-Analysen
Eine Meta-Analyse schloss 32 randomisierte Studien mit zusammen 2038 Teilnehmenden ein und wertete 28 davon gemeinsam aus; sie fand nach Curcumin niedrigere Werte für das C-reaktive Protein (CRP, −1,55 mg/l; 95 %-KI −1,81 bis −1,30), IL-6 (−1,69 pg/ml) und TNF-α (−3,13 pg/ml) sowie höhere Werte für IL-10 (0,49 pg/ml); ICAM-1 veränderte sich nicht (Ferguson et al., 2021 [15]). Eine spätere Meta-Analyse von 66 randomisierten Studien an Erwachsenen kam für CRP auf −0,58 mg/l (95 %-KI −0,74 bis −0,41) und für IL-6 auf −1,31 pg/ml (Dehzad et al., 2023 [16]). Zur Einordnung: Die Richtung ist in beiden Auswertungen gleich, die Beträge unterscheiden sich deutlich; Menge, Dauer und Zubereitung der Einzelstudien waren uneinheitlich. Eine Übersichtsarbeit über Meta-Analysen weist für die CRP-Auswertung von Dehzad et al. eine Heterogenität von 98,9 Prozent aus und bewertet deren methodische Qualität als niedrig [22].
Mengen in Studien+
- Akzeptable tägliche Aufnahmemenge (ADI) — 3 mg Curcumin je Kilogramm Körpergewicht am Tag, von der WHO/FAO-Expertenkommission JECFA festgelegt und 2010 von der EFSA bestätigt; das sind 180 mg am Tag bei 60 kg, gerechnet über alle Quellen zusammen — Gewürz, Farbstoff E 100 und Nahrungsergänzungsmittel [1][17]. Er gilt für Curcumin in herkömmlicher Form; für Zubereitungen mit gesteigerter Bioverfügbarkeit ist er laut ANSES nicht anwendbar [18]
- Gewürz — Kurkumapulver enthält durchschnittlich rund 3 Prozent Curcumin [2]; über die Ernährung ohne Nahrungsergänzungsmittel nehmen in Frankreich die am stärksten exponierten Erwachsenen bis zu 15 Prozent, Kinder bis zu 26 Prozent des ADI auf [18]
- Frankreich — nach Einschätzung der ANSES geben Nahrungsergänzungsmittel mit Curcumin in herkömmlicher Form keinen besonderen Anlass zur Sorge, solange sie höchstens 153 mg Curcumin am Tag liefern (Erwachsene mit 60 kg). Das sind 85 Prozent des ADI, weil die Ernährung bei den am stärksten exponierten Erwachsenen bereits bis zu 15 Prozent beisteuert. Für Zubereitungen mit gesteigerter Bioverfügbarkeit gilt der Wert nicht. Von Kurkuma-Präparaten rät die ANSES bei Erkrankungen der Gallenwege ab; wer Gerinnungshemmer, Krebsmedikamente oder Immunsuppressiva einnimmt, soll sie nur nach ärztlichem Rat verwenden [18]
- Italien — im ersten Halbjahr 2019 gingen 28 Meldungen akuter, überwiegend cholestatischer Hepatitis im Zusammenhang mit kurkumahaltigen Produkten ein; in allen Fällen bis auf einen galt ein Zusammenhang mindestens als möglich [19]. Betroffen waren Nahrungsergänzungsmittel, in einem Fall Kurkumapulver, meist Präparate mit hohem Curcumin-Gehalt, oft mit Zusätzen zur Steigerung der Aufnahme; für Kurkumapulver als Lebensmittel sah das Gesundheitsministerium keinen Anlass für besondere Empfehlungen [20]. Seit 2022 verlangt es auf kurkumahaltigen Nahrungsergänzungsmitteln einen erweiterten Warnhinweis: nicht bei gestörter Leber- oder Gallenfunktion oder Gallensteinen, nicht in Schwangerschaft und Stillzeit, nicht über längere Zeit ohne ärztlichen Rat, bei Einnahme von Arzneimitteln ärztlichen Rat einholen [23]
- Deutschland — nach dem BfR sollte die Aufnahme von Curcumin aus allen Quellen 3 mg je Kilogramm Körpergewicht am Tag nicht überschreiten; bei Präparaten mit gesteigerter Bioverfügbarkeit ist im Einzelfall zu prüfen, ob dieser Wert abgesenkt werden muss. Fallberichte über Leberschäden betrafen meist solche Präparate, oft mit Piperin, einzelne auch Mengen unterhalb des ADI; in einigen Berichten galt ein ursächlicher Zusammenhang als wahrscheinlich. Aus den Daten insgesamt lässt er sich laut BfR nicht ableiten, und ob solche Präparate die Leber schädigen können, ist bislang nicht ausreichend beantwortet [1]
- In Studien — 2 g Curcumin bzw. 500 mg Curcuminoide als Einzeldosis (Aufnahme ins Blut); 80 bis 180 mg Curcumin am Tag in Spezialzubereitungen über 4 Wochen bis 18 Monate sowie 1500 mg eines Extrakts am Tag über 12 Monate (Gedächtnistests); 150 mg bis 6 g am Tag (Muskelwerte)
Wie belastbar die Studien sind
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- Aufnahme ins Blut in Humanstudien: Datenlage moderat, Richtung konsistent — zwei Einzeldosis-Studien fanden, dass Curcumin in herkömmlicher Form kaum ins Blut gelangte und die gemessenen Blutwerte mit Piperin oder bei Spezialzubereitungen um ein Vielfaches höher lagen; wie stark, schwankt je nach Zubereitung erheblich; gemessen wurde nur die Konzentration im Blut.
- Gedächtnis- und Aufmerksamkeitstests in randomisierten Studien: Datenlage vorläufig, Ergebnisse inkonsistent — eine Meta-Analyse (10 Studien) ohne Unterschied bei der globalen kognitiven Leistung, aber mit Unterschieden in Teilbereichen bei hoher Heterogenität; drei darin enthaltene Einzelstudien mit 40 bis 96 ausgewerteten Teilnehmenden, teils mit, teils ohne Unterschied.
- Muskelwerte nach sportlicher Belastung: Datenlage vorläufig, Ergebnisse inkonsistent — eine Meta-Analyse (10 Studien) fand signifikant niedrigere Kreatinkinase- und Muskelkaterwerte, eine spätere Auswertung (16 Studien) keine signifikanten Unterschiede.
- CRP und Zytokine im Blut in Meta-Analysen: Datenlage moderat, Richtung konsistent — zwei Meta-Analysen (32 bzw. 66 eingeschlossene Studien) fanden niedrigere CRP- und IL-6-Werte, mit deutlich unterschiedlichen Beträgen und sehr hoher Heterogenität.
Evidenzgrade: stark bezeichnet mehrere Meta-Analysen mit konsistenter Richtung, moderat einzelne oder wenige kontrollierte Studien mit überwiegend positiver Richtung, vorläufig präklinische oder inkonsistente Befunde. Einschränkend gilt: Die hier aufgeführten Einzelstudien zu Gedächtnistests setzten Spezialzubereitungen mit gesteigerter Bioverfügbarkeit ein; keine der aufgeführten Studien untersuchte Kurkuma als Gewürz im Essen. In mindestens vier der fünf hier aufgeführten Einzelstudien am Menschen waren Hersteller beteiligt: Sie lieferten die untersuchten Zubereitungen (Shoba, Schiborr, Small, Rainey-Smith) oder stellten Mitautoren (Shoba, Schiborr). Die CRP-Auswertungen sind trotz der großen Studienzahl nur als moderat eingestuft: Die Heterogenität ist sehr hoch (CRP: I² 98,9 Prozent), und eine Übersichtsarbeit bewertet die methodische Qualität der größeren Auswertung als niedrig [22]. Eine medizinisch-chemische Übersichtsarbeit beschreibt Curcumin als instabil, reaktiv und kaum bioverfügbar und als Stoff, der in Laborversuchen häufig Scheinaktivität erzeugt (Nelson et al., 2017 [21]).
Kurkuma: Studien im Detail
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[7] Shoba et al. (1998) — Randomisierte Crossover-Studie: Aufnahme ins Blut mit und ohne Piperin
- Journal: Planta Medica
- Studientyp: pharmakokinetische Studie an Ratten; am Menschen randomisierte Crossover-Studie mit zwei Wochen Pause
- Teilnehmer: 10 gesunde Männer zwischen 20 und 26 Jahren, 8 ausgewertet
- Dosierung: 2 g Curcumin mit und ohne 20 mg Piperin als Einzeldosis
- Kernergebnis: Curcumin allein meist unter der Nachweisgrenze (Höchstwert 0,006 µg/ml); mit Piperin höhere Konzentrationen 0,25 bis 1 Stunde nach der Einnahme (Höchstwert 0,18 µg/ml); relative Bioverfügbarkeit 2000 Prozent, also rund das 20-Fache
- Limitationen: Einzeldosis; acht junge Männer; der Faktor beruht auf Vergleichswerten an der Nachweisgrenze; Analytik aus den 1990er-Jahren
- Interessen: Curcumin, Piperin und Kapseln lieferte das Unternehmen SAMI Chemicals & Extracts, bei dem drei der sechs Autoren tätig waren
- DOI: 10.1055/s-2006-957450 · PMID: 9619120
[8] Schiborr et al. (2014) — Randomisierte Crossover-Studie: Bioverfügbarkeit verschiedener Zubereitungen
- Journal: Molecular Nutrition & Food Research
- Studientyp: randomisierte, einfach verblindete Crossover-Studie mit drei Armen
- Teilnehmer: n = 23 gesunde Erwachsene (13 Frauen, 10 Männer), 19 bis 28 Jahre
- Dosierung: 500 mg Curcuminoide als Einzeldosis — natives Pulver, mikronisiertes Pulver oder flüssige Mizellen
- Kernergebnis: Fläche unter der Konzentrationskurve bei Mizellen 185-mal, bei mikronisiertem Pulver 9-mal so hoch wie bei nativem Pulver (Frauen 277- bzw. 14-mal, Männer 114- bzw. 5-mal); alle Sicherheitsparameter im Referenzbereich
- Limitationen: Einzeldosis; kleine, junge Stichprobe; nur Blutkonzentration gemessen; ein Erratum betrifft Vergleichswerte aus der Literatur, nicht die eigenen Ergebnisse
- Interessen: Förderung durch das BMBF; ein Mitautor ist Gründer und Geschäftsführer des Herstellers der untersuchten Mizellen, Industriepartner lieferten die Zubereitungen
- DOI: 10.1002/mnfr.201300724 · PMID: 24402825
[9] Yu et al. (2025) — Meta-Analyse: Tests der kognitiven Leistung
- Journal: The Journal of Prevention of Alzheimer's Disease
- Studientyp: systematische Übersicht und Meta-Analyse; 10 randomisierte Humanstudien und 25 Tierstudien
- Teilnehmer: 531 Teilnehmende in den Humanstudien; acht der zehn Studien an Älteren ohne Demenz
- Dosierung: verschiedene Curcumin-Zubereitungen und Mengen, 4 Wochen bis 18 Monate
- Kernergebnis: globale kognitive Leistung nicht signifikant (SMD 0,14; 95 %-KI −0,78 bis 1,07); Arbeitsgedächtnis SMD 1,01 (95 %-KI 0,15 bis 1,87); Verarbeitungsgeschwindigkeit SMD 0,37 (95 %-KI 0,07 bis 0,67); unerwünschte Ereignisse unter Curcumin häufiger
- Limitationen: hohe Heterogenität (I² 90,8 Prozent bei der globalen Leistung, 88,3 Prozent beim Arbeitsgedächtnis); wenige Studien je Endpunkt
- Finanzierung: National Medical Research Council Singapur; keine Interessenkonflikte erklärt
- DOI: 10.1016/j.tjpad.2025.100248 · PMID: 40579315
[10] Cox et al. (2015) — Randomisierte Studie: Tests zu Aufmerksamkeit und Arbeitsgedächtnis
- Journal: Journal of Psychopharmacology
- Studientyp: randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie mit zwei Gruppen
- Teilnehmer: n = 60 gesunde Erwachsene zwischen 60 und 85 Jahren
- Dosierung: 400 mg einer Curcumin-Zubereitung mit festen Lipidpartikeln (Longvida, rund 80 mg Curcumin) am Tag, 4 Wochen
- Kernergebnis: eine Stunde nach der Einnahme bessere Ergebnisse in Tests zur Daueraufmerksamkeit und zum Arbeitsgedächtnis als in der Placebogruppe; nach 4 Wochen bessere Ergebnisse in den Tests zum Arbeitsgedächtnis
- Limitationen: kleine Stichprobe; 4 Wochen; viele Endpunkte; nur diese Zubereitung
- DOI: 10.1177/0269881114552744 · PMID: 25277322
[11] Small et al. (2018) — Randomisierte Studie: Gedächtnis- und Aufmerksamkeitstests über 18 Monate
- Journal: American Journal of Geriatric Psychiatry
- Studientyp: randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie über 18 Monate
- Teilnehmer: n = 40 Erwachsene ohne Demenz zwischen 51 und 84 Jahren, teils mit leichter kognitiver Beeinträchtigung (21 Curcumin, 19 Placebo)
- Dosierung: 90 mg Curcumin in einer Spezialzubereitung (Theracurmin) zweimal täglich
- Kernergebnis: grenzwertiger Unterschied zwischen den Gruppen im Langzeitabruf des Gedächtnistests SRT (Effektstärke 0,68; p = 0,05) und Unterschied in der Aufmerksamkeit (Effektstärke 0,67; p = 0,04)
- Limitationen: kleine Stichprobe; Unterschiede zwischen den Gruppen teils grenzwertig; keine Konfidenzintervalle angegeben
- Finanzierung: US-amerikanische National Institutes of Health und US-Energieministerium; Theracurmin und Placebo stellte der Hersteller Theravalues bereit
- DOI: 10.1016/j.jagp.2017.10.010 · PMID: 29246725
[12] Rainey-Smith et al. (2016) — Randomisierte Studie: Tests der kognitiven Leistung über 12 Monate
- Journal: British Journal of Nutrition
- Studientyp: randomisierte, placebokontrollierte, doppelblinde Studie über 12 Monate
- Teilnehmer: 160 randomisiert, 96 ausgewertet (39 Curcumin, 57 Placebo); kognitiv unauffällige, zu Hause lebende Erwachsene zwischen 40 und 90 Jahren
- Dosierung: 1500 mg eines Kurkumaextrakts (Biocurcumax) am Tag, aufgeteilt auf drei Kapseln
- Kernergebnis: keine Unterschiede bei klinischen und kognitiven Messgrößen außer im Montreal Cognitive Assessment (MoCA); dieser Unterschied geht auf eine Verschlechterung der Placebogruppe nach 6 Monaten zurück
- Limitationen: hoher, ungleich verteilter Ausfall — 21 Abbrüche wegen vermuteter unerwünschter Ereignisse unter Curcumin, 2 unter Placebo; Placebogruppe schnitt schon zu Beginn besser ab
- Finanzierung: McCusker Alzheimer's Research Foundation und Hollywood Private Hospital Research Foundation; Kapseln kostenlos vom Hersteller; keine Interessenkonflikte erklärt
- DOI: 10.1017/S0007114516001203 · PMID: 27102361
[13] Beba et al. (2022) — Meta-Analyse: Muskelwerte nach Belastung
- Journal: Phytotherapy Research
- Studientyp: systematische Übersicht und Meta-Analyse randomisierter kontrollierter Studien mit Auswertung nach Tagesmenge
- Teilnehmer: 10 Studien mit zusammen 316 Teilnehmenden
- Dosierung: 150 bis 5000 mg Curcumin am Tag
- Kernergebnis: Kreatinkinase −65,98 U/l (95 %-KI −99,53 bis −32,44); Muskelkater WMD −0,56 (95 %-KI −0,84 bis −0,27); TNF-α −0,22 pg/ml; Bewegungsumfang 6,49 Grad (95 %-KI 3,91 bis 9,07); IL-6 und IL-8 nicht signifikant
- Limitationen: methodische Qualität laut AMSTAR-2 kritisch niedrig (Übersichtsarbeit [22]); die Autoren fordern größere, hochwertigere Studien
- DOI: 10.1002/ptr.7477 · PMID: 35574627
[14] Oxley & Peart (2024) — Meta-Analyse: Muskelschaden nach Belastung
- Journal: Nutrition and Health
- Studientyp: systematische Übersicht mit Meta-Analysen zu Muskelschaden, Muskelkater und Entzündungswerten
- Teilnehmer: 16 Studien an gesunden, aktiven oder untrainierten Personen ab 16 Jahren
- Dosierung: 150 mg bis 6 g Curcumin am Tag in verschiedenen Zubereitungen
- Kernergebnis: kein statistisch signifikanter Unterschied bei Muskelschaden und Muskelkater (0 bis 96 Stunden nach der Belastung) oder Entzündungswerten (0 bis 72 Stunden); Schätzwerte überwiegend in derselben Richtung wie bei Beba et al.
- Limitationen: teils hohe Heterogenität; teils Hinweise auf Verzerrung; Kraftwerte nicht auswertbar
- Finanzierung: keine; keine Interessenkonflikte erklärt
- DOI: 10.1177/02601060231186439 · PMID: 37408367
[15] Ferguson et al. (2021) — Meta-Analyse: CRP und Zytokine
- Journal: Nutrition Reviews
- Studientyp: systematische Übersicht und Meta-Analyse randomisierter kontrollierter Studien
- Teilnehmer: 32 Studien mit zusammen 2038 Teilnehmenden eingeschlossen, 28 davon gepoolt
- Dosierung: Curcumin oral in unterschiedlichen Mengen, Dauern und Zubereitungen
- Kernergebnis: CRP −1,55 mg/l (95 %-KI −1,81 bis −1,30); IL-6 −1,69 pg/ml (95 %-KI −2,56 bis −0,82); TNF-α −3,13 pg/ml (95 %-KI −4,62 bis −1,64); IL-10 +0,49 pg/ml (95 %-KI 0,10 bis 0,88); ICAM-1 unverändert
- Limitationen: uneinheitliche Mengen, Dauern und Zubereitungen
- DOI: 10.1093/nutrit/nuaa114 · PMID: 34378053
[16] Dehzad et al. (2023) — Meta-Analyse: CRP und IL-6
- Journal: Cytokine
- Studientyp: systematische Übersicht und Meta-Analyse randomisierter kontrollierter Studien mit Auswertung nach Tagesmenge, Bewertung nach GRADE
- Teilnehmer: 66 Studien an Erwachsenen
- Dosierung: Curcumin oder Kurkuma in unterschiedlichen Mengen
- Kernergebnis: CRP −0,58 mg/l (95 %-KI −0,74 bis −0,41); IL-6 −1,31 pg/ml; IL-1β nicht signifikant
- Limitationen: sehr hohe Heterogenität (CRP: I² 98,9 Prozent); methodische Qualität laut AMSTAR-2 niedrig (Übersichtsarbeit [22]); deutlich anderer Betrag als in der Auswertung von Ferguson et al.
- DOI: 10.1016/j.cyto.2023.156144 · PMID: 36804260
Quellenverzeichnis
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- Bundesinstitut für Risikobewertung (2021). „Curcumin in Nahrungsergänzungsmitteln: Gesundheitlich akzeptable tägliche Aufnahmemenge kann überschritten werden“. Stellungnahme Nr. 040/2021 vom 14.12.2021. DOI: 10.17590/20211214-121912
- Tayyem RF, Heath DD, Al-Delaimy WK, Rock CL (2006). „Curcumin content of turmeric and curry powders“. Nutrition and Cancer, 55(2), 126–131. DOI: 10.1207/s15327914nc5502_2 · PMID: 17044766
- Europäische Arzneimittel-Agentur, HMPC (2025). Addendum to Assessment report on Curcuma longa L., rhizoma, EMA/HMPC/81467/2025. https://www.ema.europa.eu/en/documents/herbal-report/final-addendum-assessment-report-curcuma-longa-l-rhizoma_en.pdf
- EFSA FEEDAP Panel, Bampidis V, Azimonti G, et al. (2020). „Safety and efficacy of turmeric extract, turmeric oil, turmeric oleoresin and turmeric tincture from Curcuma longa L. rhizome when used as sensory additives in feed for all animal species“. EFSA Journal, 18(6), e06146. DOI: 10.2903/j.efsa.2020.6146 · PMID: 32874324
- Dosoky NS, Setzer WN (2018). „Chemical Composition and Biological Activities of Essential Oils of Curcuma Species“. Nutrients, 10(9), 1196. DOI: 10.3390/nu10091196 · PMID: 30200410
- Verordnung (EU) Nr. 231/2012 der Kommission mit Spezifikationen für die in den Anhängen II und III der Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 aufgeführten Lebensmittelzusatzstoffe, Eintrag E 100 Kurkumin. https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/HTML/?uri=CELEX:32012R0231
- Shoba G, Joy D, Joseph T, et al. (1998). „Influence of piperine on the pharmacokinetics of curcumin in animals and human volunteers“. Planta Medica, 64(4), 353–356. DOI: 10.1055/s-2006-957450 · PMID: 9619120
- Schiborr C, Kocher A, Behnam D, et al. (2014). „The oral bioavailability of curcumin from micronized powder and liquid micelles is significantly increased in healthy humans and differs between sexes“. Molecular Nutrition & Food Research, 58(3), 516–527. DOI: 10.1002/mnfr.201300724 · PMID: 24402825
- Yu L, Li N, Li B, et al. (2025). „Targeting cognitive aging with curcumin supplementation: A systematic review and meta-analysis“. The Journal of Prevention of Alzheimer's Disease, 12(8), 100248. DOI: 10.1016/j.tjpad.2025.100248 · PMID: 40579315
- Cox KH, Pipingas A, Scholey AB (2015). „Investigation of the effects of solid lipid curcumin on cognition and mood in a healthy older population“. Journal of Psychopharmacology, 29(5), 642–651. DOI: 10.1177/0269881114552744 · PMID: 25277322
- Small GW, Siddarth P, Li Z, et al. (2018). „Memory and Brain Amyloid and Tau Effects of a Bioavailable Form of Curcumin in Non-Demented Adults: A Double-Blind, Placebo-Controlled 18-Month Trial“. American Journal of Geriatric Psychiatry, 26(3), 266–277. DOI: 10.1016/j.jagp.2017.10.010 · PMID: 29246725
- Rainey-Smith SR, Brown BM, Sohrabi HR, et al. (2016). „Curcumin and cognition: a randomised, placebo-controlled, double-blind study of community-dwelling older adults“. British Journal of Nutrition, 115(12), 2106–2113. DOI: 10.1017/S0007114516001203 · PMID: 27102361
- Beba M, Mohammadi H, Clark CCT, Djafarian K (2022). „The effect of curcumin supplementation on delayed-onset muscle soreness, inflammation, muscle strength, and joint flexibility: A systematic review and dose-response meta-analysis of randomized controlled trials“. Phytotherapy Research, 36(7), 2767–2778. DOI: 10.1002/ptr.7477 · PMID: 35574627
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