Pflanzenkompendium
Rosenwurz Rhodiola rosea
Stand: Oktober 2026 · Recherche und Redaktion: Botanical Desire
Die Rosenwurz, Rhodiola rosea L., ist eine Pflanze aus der Familie der Dickblattgewächse (Crassulaceae), die in kühlen Gebirgs- und Nordregionen Europas, Asiens und Nordamerikas wächst; im Englischen heißt sie Golden Root oder Roseroot. Verwendet werden Wurzel und Wurzelstock, die rosenartig duften. Leitsubstanzen sind die Rosavine — Rosavin, Rosarin und Rosin —, dazu Salidrosid und Tyrosol. In der EU gelten Wurzel und Kraut als Zutat von Nahrungsergänzungsmitteln nicht als neuartige Lebensmittel.
Dieser Beitrag beschreibt die Pflanze und gibt veröffentlichte Studien wieder. Die genannten Ergebnisse gelten für die dort untersuchten Extrakte, Mengen und Zubereitungen — nicht für Produkte von Botanical Desire. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung. Ausführlicher Hinweis am Seitenende.
Auf einen Blick
- Botanischer Name
- Rhodiola rosea L.
- Familie
- Crassulaceae (Dickblattgewächse), Ordnung Saxifragales [1]
- Verwendeter Pflanzenteil
- Wurzel und Wurzelstock (Rhizom)
- Leitsubstanzen
- Rosavine (Rosavin, Rosarin, Rosin), Salidrosid, Tyrosol
Zum Nachlesen
Rosenwurz: Inhaltsstoffe
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In dreijährigen kultivierten Pflanzen europäischer Herkunft enthielt der Wurzelstock 0,3 bis 0,4 Prozent Salidrosid und 1,2 bis 3,0 Prozent Rosavine, bezogen auf die Trockenmasse — das 1,5- bis 4-Fache der Gehalte in den Wurzeln; am stärksten hing die Zusammensetzung der Auszüge vom Pflanzenteil, vom Lösungsmittel und von der Herkunftslinie ab [2]. Nach der Literaturauswertung des Bundesinstituts für Risikobewertung unterscheiden sich die Gehalte auch zwischen männlichen und weiblichen Pflanzen: Wurzeln männlicher Pflanzen enthielten mehr Salidrosid und Tyrosol, Wurzeln weiblicher Pflanzen mehr Rosarin, Rosin und Rosavin; in den Blättern lagen die Gehalte bei etwa einem Viertel der Wurzel [12]. In einer Untersuchung von rund 40 in Europa erhältlichen Produkten, die als Rosenwurz verkauft wurden, enthielt etwa jedes fünfte kein Rosavin, die Kennsubstanz, an der sich Rosenwurz von verwandten Rhodiola-Arten unterscheiden lässt; rund 80 Prozent der übrigen enthielten weniger Rosavin als registrierte Präparate und waren nach Einschätzung der Autoren mit anderen Rhodiola-Arten verfälscht; ein Mitautor arbeitete beim Unternehmen Dr. Willmar Schwabe, zwei bei der CAMAG AG [3]. In zehn Produkten vom US-Markt reichten die Gehalte von 0,01 bis 3,08 Prozent Rosavinen und von 0,07 bis 2,91 Prozent Salidrosid; ein Produkt enthielt wahrscheinlich nicht deklariertes synthetisches Salidrosid [4].
- Rosavine — Rosavin, Rosarin und Rosin aus der Gruppe der Phenylpropanoide; 1,2 bis 3,0 Prozent im Wurzelstock kultivierter Pflanzen [2]; Rosavin dient als Kennsubstanz der Art [3]
- Salidrosid — kommt auch in anderen Rhodiola-Arten vor [3]; 0,3 bis 0,4 Prozent im Wurzelstock [2]
- Tyrosol — in Wurzeln männlicher Pflanzen in höheren Mengen [12]
- Ätherisches Öl — Träger des Rosendufts; Zusammensetzung je nach Herkunft sehr unterschiedlich, einzig Geraniol machte in allen untersuchten Herkünften mehr als 10 Prozent aus [12]
- Lotaustralin — ein cyanogenes Glykosid, bisher nur von einer Arbeitsgruppe in der Wurzel nachgewiesen (0,12 mg je Gramm); ob und in welcher Menge es in Extrakten vorkommt, ist nicht untersucht [12]
Forschungslage
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Ausdauertests in einer Meta-Analyse
Eine Meta-Analyse von 26 randomisierten Studien mit zusammen 668 gesunden Teilnehmenden fand nach Rosenwurz-Präparaten gegenüber Placebo oder Kontrolle eine höhere maximale Sauerstoffaufnahme (VO2max; standardisierte Mittelwertdifferenz 0,32; 95 %-KI 0,12 bis 0,52; 11 Studien; I² = 0 Prozent), eine längere Zeit bis zur Erschöpfung im Belastungstest (0,38; 95 %-KI 0,07 bis 0,69; 7 Studien; I² = 14,5 Prozent) und kürzere Zeiten im Zeitfahren (−0,40; 95 %-KI −0,78 bis −0,01; 5 Studien; I² = 24,8 Prozent); bei VO2max war der Unterschied in Studien mit mehr als 600 mg am Tag größer (Wang et al., 2025 [5]). Eine systematische Übersicht ohne gemeinsame Auswertung über 13 randomisierte Studien mit 263 gesunden Teilnehmenden beschrieb heterogene Ergebnisse; nach Einschätzung der Autoren waren nach einer Einzelgabe die Ausdauerleistung besser und die eingeschätzte Anstrengung niedriger, nach mehrwöchiger Einnahme die Leistung bei kurzen, intensiven Belastungen besser, nicht aber die Ausdauerleistung; die meisten Studien hatten ein unklares oder hohes Verzerrungsrisiko (Sanz-Barrio et al., 2023 [6]). Zur Einordnung: Nach der Einteilung der Meta-Analyse sind die Unterschiede klein, und nur eine ihrer Auswertungen umfasste mehr als 10 Studien. Eingeschlossen waren auch Kombinationspräparate — drei mit dem Pilz Cordyceps und eines mit Ginkgo; zwei davon enthielten laut Studientitel eine andere Rhodiola-Art (Rhodiola crenulata) —, Präparate mit isoliertem Salidrosid und eine Abkochung; die Teilnehmenden waren 11 bis 45 Jahre alt. Beide Übersichten werten sich überschneidende Einzelstudien aus und sind keine voneinander unabhängigen Bestätigungen; ein Mitautor der Übersicht von 2023 hat selbst eingeschlossene Studien verfasst.
Blutwerte nach Belastung in einer Meta-Analyse
In derselben Meta-Analyse lagen nach Belastung die Kreatinkinase im Blut (standardisierte Mittelwertdifferenz −0,84; 95 %-KI −1,35 bis −0,34; 9 Studien; I² = 83 Prozent), das Laktat (−0,87; 95 %-KI −1,55 bis −0,19; 7 Studien; I² = 77,5 Prozent) und der Oxidationsmarker Malondialdehyd (−1,21; 95 %-KI −1,87 bis −0,55; 6 Studien; I² = 74,7 Prozent) niedriger, die antioxidative Gesamtkapazität (0,59; 95 %-KI 0,06 bis 1,13; 6 Studien; I² = 59,7 Prozent) und die Aktivität des Enzyms Superoxiddismutase (1,16; 95 %-KI 0,37 bis 1,94; 7 Studien; I² = 81,8 Prozent) höher als nach Placebo oder Kontrolle. Bei den Entzündungswerten Interleukin-6 und C-reaktives Protein unterschieden sich die Gruppen nicht (je 3 Studien; p = 0,143 bzw. 0,166) (Wang et al., 2025 [5]). Zur Einordnung: Die Heterogenität zwischen den Einzelstudien war bei allen diesen Blutwerten mittel bis hoch; der Unterschied bei der Kreatinkinase war bei Messungen bis 15 Minuten nach der Belastung und bei Trainierten größer. Keine der eingeschlossenen Studien berichtete unerwünschte Ereignisse — nach Einschätzung der Autoren kann das an lückenhafter Erfassung liegen.
Vitalitäts-Fragebogen in einer kontrollierten Studie
In einer randomisierten, doppelblinden Studie an 48 Pflegestudierenden im Schichtdienst, von denen 40 ausgewertet wurden und die 42 Tage lang täglich 2 bis 3 Kapseln mit je 182 mg einer Zubereitung aus Wurzelextrakt und rund 30 Prozent Füllstoffen oder Placebo einnahmen, sank die selbst eingeschätzte Vitalität in der Rosenwurz-Gruppe, während sie sich in der Placebogruppe nicht wesentlich veränderte (Unterschied zwischen den Gruppen −17,3 Punkte auf der Vitalitätsskala des RAND-36; 95 %-KI −30,6 bis −3,9; p = 0,011); auf einer visuellen Analogskala nahm die Erschöpfung in der Rosenwurz-Gruppe zu (Unterschied zur Placebogruppe 1,9; 95 %-KI 0,4 bis 3,5; p = 0,015) (Punja et al., 2014 [7]). Eine systematische Übersicht fand 2012 unter sechs Studien an Gesunden, die körperliche Ermüdung maßen, zwei mit einem Vorteil für Rosenwurz; alle eingeschlossenen Studien hatten ein hohes Verzerrungsrisiko oder Berichtsmängel, die Autoren nannten die Forschungslage widersprüchlich (Ishaque et al., 2012 [8]). Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) prüfte 2012 einen Antrag zu einem auf Rosavine und Salidrosid standardisierten Rosenwurz-Extrakt und geistiger Ermüdung und sah einen Zusammenhang als nicht belegt an; die beiden vorgelegten Humanstudien waren mit einem anderen, nur auf Salidrosid standardisierten Extrakt durchgeführt worden [9]. Zur Einordnung: Die Studie an Pflegestudierenden blieb unter der geplanten Teilnehmerzahl, und die Gruppen unterschieden sich zu Beginn leicht; die Autoren raten zu vorsichtiger Deutung. Eine Meta-Analyse zu diesen Selbstauskünften an Gesunden gibt es nicht.
Mengen in Studien+
- In Studien — in der Meta-Analyse zu Ausdauertests Tagesmengen von 170 bis 2.400 mg über 3 Tage bis etwa 3 Monate, darunter Kombinationspräparate, Einzelgaben von 3 mg je Kilogramm Körpergewicht sowie ein Getränk, isoliertes Salidrosid bzw. Rhodiolosid und eine Abkochung [5]; 364 bis 546 mg einer Kapselzubereitung mit Wurzelextrakt am Tag über 42 Tage [7]; das BfR wertete Humanstudien mit 100 bis 1.800 mg am Tag aus [12]
- Europäische Arzneimittel-Agentur (HMPC) — die Monografie zu Wurzel und Wurzelstock von 2024 gilt traditionellen pflanzlichen Arzneimitteln mit einem Trockenextrakt in Tagesmengen von 144 bis 400 mg. Sie rät von der Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren sowie in Schwangerschaft und Stillzeit ab, weil ausreichende Daten fehlen; Daten zur Fruchtbarkeit und Studien zur Fahrtüchtigkeit gibt es nicht; Gegenanzeige ist eine Überempfindlichkeit gegen den Extrakt; Untersuchungen zur Reproduktions- und Gentoxizität sowie zur Krebsentstehung liegen nicht vor. Als unerwünschte Ereignisse nennt sie Kopfschmerz, Übelkeit, Bauchschmerzen, Durchfall, Hautausschlag und Juckreiz, jeweils mit unbekannter Häufigkeit; klinisch relevante Interaktionen mit anderen Arzneimitteln wurden nicht beobachtet [11]
- Deutschland — nach dem BfR (2013) lässt sich aus Humanstudien mit 100 bis 1.800 mg am Tag kein Gefährdungspotenzial ableiten; die Datenlage hat aber wesentliche Lücken: Daten zur langjährigen Verwendung in großen Bevölkerungsgruppen fehlen, nur wenige Studien erfassten unerwünschte Ereignisse, und Tierstudien zur Kurz- und Langzeit-, Reproduktions- und Entwicklungstoxizität sowie Studien zur Gentoxizität nach üblichen Standards liegen nicht vor. Eine Vermutung der Lebensmittelsicherheit im Sinne der EFSA ist laut BfR deshalb nicht anwendbar. Aus dem Nachweis von Lotaustralin, einem cyanogenen Glykosid, in der Wurzel ergeben sich laut BfR Hinweise auf mögliche gesundheitliche Bedenken; wie viel davon in Extrakten steckt, ist nicht bekannt, sodass sich kein Gefährdungspotenzial ableiten lässt. Im Reagenzglas hemmten Wurzelextrakte das Enzym CYP3A4 und das Transportprotein P-Glykoprotein, sodass Interaktionen mit Arzneimitteln laut BfR möglich sind. Nach einer vom BfR zitierten Übersicht können 1,5 bis 2 g und mehr eines auf 2 Prozent Rosavin eingestellten Extrakts bei einigen Personen innerhalb einiger Tage Reizbarkeit und Schlafstörungen hervorrufen; worauf diese Angabe beruht, geht aus der Quelle laut BfR nicht hervor. Für ein in Österreich zugelassenes Präparat nennt das BfR den Warnhinweis, es bei eingeschränkter Leber- und Nierenfunktion nicht einzunehmen, sowie berichtete Überempfindlichkeitsreaktionen und Unterzuckerung [12]
- Enzymaktivität — in einer randomisierten Crossover-Studie an 13 Gesunden war nach 14 Tagen mit einem handelsüblichen Rosenwurz-Präparat das Stoffwechselverhältnis des Testarzneimittels Losartan um 21 Prozent niedriger als ohne (p = 0,023) — ein Hinweis auf eine geringere Aktivität des Enzyms CYP2C9; vier weitere CYP-Enzyme unterschieden sich nicht. Die Autoren halten das bei Arzneimitteln, die über CYP2C9 abgebaut werden und eine enge therapeutische Breite haben, für möglicherweise klinisch relevant [10]
- Unerwünschte Ereignisse in Studien — in der Studie an Pflegestudierenden traten in beiden Gruppen je 10 leichte bis mittelschwere Ereignisse auf, darunter Kopfschmerz bei 3 Teilnehmenden der Rosenwurz- und 1 der Placebogruppe [7]
- Lebensmittelstatus in der EU — laut Novel-Food-Katalog der Kommission sind Wurzel und Kraut der Rosenwurz in Nahrungsergänzungsmitteln keine neuartigen Lebensmittel; für andere Lebensmittel nennt der Katalog diesen Status nicht [13]
Wie belastbar die Studien sind
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- Ausdauertests in einer Meta-Analyse: Datenlage moderat — eine Meta-Analyse (26 Studien) fand kleine Unterschiede bei VO2max, Zeit bis zur Erschöpfung und Zeitfahren bei geringer Heterogenität, schloss aber auch Kombinationspräparate und isolierte Einzelstoffe ein; eine systematische Übersicht (13 Studien) kam nach Einschätzung der Autoren zu dem Schluss, dass sich die Ausdauerleistung nach mehrwöchiger Einnahme nicht unterschied.
- Blutwerte nach Belastung in einer Meta-Analyse: Datenlage vorläufig — niedrigere Kreatinkinase-, Laktat- und Malondialdehyd-Werte sowie höhere antioxidative Messwerte bei mittlerer bis hoher Heterogenität; bei Interleukin-6 und C-reaktivem Protein kein Unterschied.
- Vitalitäts-Fragebogen in einer kontrollierten Studie: Datenlage vorläufig, Ergebnisse widersprüchlich — eine Studie an Pflegestudierenden fand niedrigere Vitalitätswerte als unter Placebo, eine systematische Übersicht nannte die Forschungslage widersprüchlich, und die EFSA sah einen Zusammenhang mit geistiger Ermüdung als nicht belegt an.
Evidenzgrade: stark bezeichnet mehrere Meta-Analysen mit konsistenter Richtung, moderat einzelne oder wenige kontrollierte Studien mit überwiegend positiver Richtung, vorläufig präklinische oder inkonsistente Befunde. Einschränkend gilt: Die Studien setzten sehr unterschiedliche Präparate ein — Wurzelextrakte, Abkochungen, isoliertes Salidrosid und Kombinationen mit anderen Zutaten —, sie waren meist klein und kurz, und Handelsprodukte weichen in ihren Gehalten teils erheblich von der Deklaration ab. Meta-Analysen und Übersichten zum selben Thema können sich in ihren Einzelstudien überschneiden und sind dann keine voneinander unabhängigen Bestätigungen.
Rosenwurz: Studien im Detail
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[5] Wang et al. (2025) — Meta-Analyse: Ausdauertests und Blutwerte nach Belastung
- Journal: Frontiers in Nutrition
- Studientyp: systematische Übersicht und Meta-Analyse randomisierter Studien (Random-Effects-Modell), registriert bei PROSPERO (CRD42024619014)
- Teilnehmer: 26 Studien mit 668 gesunden Teilnehmenden im Alter von 11 bis 45 Jahren, Durchschnittsalter 22 Jahre; 13 Studien mit Trainierten, 13 mit Untrainierten
- Dosierung: Tagesmengen von 170 bis 2.400 mg über 3 Tage bis etwa 3 Monate (durchschnittlich 33 Tage) oder Einzelgabe von 3 mg je Kilogramm Körpergewicht; dazu Kombinationspräparate mit Cordyceps (drei Studien) und Ginkgo (eine), davon zwei laut Studientitel mit Rhodiola crenulata, ein Getränk, isoliertes Salidrosid bzw. Rhodiolosid (60 und 7,6 mg am Tag) und eine Abkochung
- Kernergebnis: gegenüber Placebo oder Kontrolle VO2max 0,32 (95 %-KI 0,12 bis 0,52; I² 0 Prozent), Zeit bis zur Erschöpfung 0,38 (0,07 bis 0,69; I² 14,5 Prozent), Zeitfahren −0,40 (−0,78 bis −0,01; I² 24,8 Prozent); Kreatinkinase −0,84, Laktat −0,87, Malondialdehyd −1,21, antioxidative Gesamtkapazität 0,59, Superoxiddismutase 1,16 (I² 59,7 bis 83 Prozent); Interleukin-6 und C-reaktives Protein ohne Unterschied
- Limitationen: nur eine Auswertung mit mehr als 10 Studien; hohe Heterogenität bei den Blutwerten; uneinheitliche Präparate; unerwünschte Ereignisse möglicherweise lückenhaft erfasst
- Finanzierung: laut Autoren keine finanzielle Unterstützung; keine Interessenkonflikte erklärt
- DOI: 10.3389/fnut.2025.1645346 · PMID: 41080184
[6] Sanz-Barrio et al. (2023) — Systematische Übersicht: Leistungstests im Sport
- Journal: Phytotherapy Research
- Studientyp: systematische Übersicht randomisierter kontrollierter Studien ohne gemeinsame statistische Auswertung
- Teilnehmer: 13 Studien mit 263 gesunden Teilnehmenden (198 Männer, 65 Frauen) zwischen 18 und 65 Jahren, ohne weitere Nahrungsergänzungen
- Dosierung: 2 Studien mit Einzelgabe, 5 mit mehrwöchiger Einnahme, 6 mit beidem
- Kernergebnis: heterogene Ergebnisse, 11 Studien mit einzelnen Vorteilen, 2 ohne; nach Einzelgabe bessere Ausdauerwerte und niedriger eingeschätzte Anstrengung, nach mehrwöchiger Einnahme bessere Werte bei kurzen, intensiven Belastungen, nicht bei der Ausdauerleistung
- Limitationen: unterschiedliche Einnahme- und Belastungsprotokolle; meist unklares oder hohes Verzerrungsrisiko
- Finanzierung: keine Förderangabe in den Verlagsdaten; ein Mitautor hat eingeschlossene Studien verfasst
- DOI: 10.1002/ptr.7950 · PMID: 37495266
[7] Punja et al. (2014) — RCT: Vitalitäts-Fragebogen
- Journal: PLoS One
- Studientyp: randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie mit Parallelgruppen; registriert (NCT01278992)
- Teilnehmer: 48 Pflegestudierende im Schichtdienst zwischen 18 und 55 Jahren randomisiert (je 24 pro Gruppe), 40 ausgewertet (21 Rosenwurz, 19 Placebo)
- Dosierung: 2 Kapseln am Tag, auf Wunsch eine dritte, mit je 182 mg einer Zubereitung aus Wurzelextrakt und rund 30 Prozent Füllstoffen (364 bis 546 mg am Tag), über 42 Tage; Extrakt aus vierjährigen Wurzeln, eingestellt auf 2,8 Prozent Rosavine
- Kernergebnis: Vitalitätsskala des RAND-36 an Tag 42 zugunsten Placebo (−17,3; 95 %-KI −30,6 bis −3,9; p = 0,011), Erschöpfung auf der visuellen Analogskala zugunsten Placebo (1,9; 95 %-KI 0,4 bis 3,5; p = 0,015); gleich viele unerwünschte Ereignisse in beiden Gruppen
- Limitationen: kleiner als geplant (Ziel mindestens 64 Teilnehmende); leichte Unterschiede zwischen den Gruppen zu Beginn; laut Autoren möglicherweise zu niedrige Tagesmenge
- Finanzierung: Landwirtschaftsministerium der Provinz Alberta (Alberta Agriculture and Rural Development) über AVAC Ltd.; der Geldgeber entwickelte und stellte das Studienpräparat, hatte laut Autoren aber keine Rolle bei Planung, Auswertung und Veröffentlichung
- DOI: 10.1371/journal.pone.0108416 · PMID: 25268730
[8] Ishaque et al. (2012) — Systematische Übersicht: randomisierte und kontrollierte Studien
- Journal: BMC Complementary and Alternative Medicine
- Studientyp: systematische Übersicht randomisierter und kontrollierter Studien mit Bewertung des Verzerrungsrisikos
- Teilnehmer: 11 Studien (10 randomisiert, 1 kontrolliert); darunter 6 Studien an Gesunden
- Dosierung: je nach Studie unterschiedlich
- Kernergebnis: 2 von 6 Studien an Gesunden, die körperliche Ermüdung maßen, mit Vorteil für Rosenwurz; Forschungslage laut Autoren widersprüchlich
- Limitationen: alle eingeschlossenen Studien mit hohem Verzerrungsrisiko oder Berichtsmängeln
- Finanzierung: Canadian Foundation for Innovation, Alberta Value-Added Corporation (AVAC), Alberta Crop Industry Development Fund und Landwirtschaftsministerium der Provinz Alberta; laut Autoren ohne Rolle bei Planung und Durchführung
- DOI: 10.1186/1472-6882-12-70 · PMID: 22643043
Quellenverzeichnis
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- Catalogue of Life (ChecklistBank): „Rhodiola rosea L.“, ID 6X6NN. https://www.catalogueoflife.org/data/taxon/6X6NN
- Peschel W, Prieto JM, Karkour C, Williamson EM (2013). „Effect of provenance, plant part and processing on extract profiles from cultivated European Rhodiola rosea L. for medicinal use“. Phytochemistry, 86, 92–102. DOI: 10.1016/j.phytochem.2012.10.005 · PMID: 23137726
- Booker A, Jalil B, Frommenwiler D, et al. (2016). „The authenticity and quality of Rhodiola rosea products“. Phytomedicine, 23(7), 754–762. DOI: 10.1016/j.phymed.2015.10.006 · PMID: 26626192
- Porwollik S, Jafari M (2026). „The quality and safety of Rhodiola rosea supplements on the U.S. market: An analysis of biomarkers, heavy metals, and pesticide residues“. PLoS One, 21(1), e0341070. DOI: 10.1371/journal.pone.0341070 · PMID: 41544018
- Wang X, Yang X, Gao Z, et al. (2025). „The effect of Rhodiola rosea supplementation on endurance performance and related biomarkers: a systematic review and meta-analysis“. Frontiers in Nutrition, 12, 1645346. DOI: 10.3389/fnut.2025.1645346 · PMID: 41080184
- Sanz-Barrio PM, Noreen EE, Gilsanz-Estebaranz L, et al. (2023). „Rhodiola rosea supplementation on sports performance: A systematic review of randomized controlled trials“. Phytotherapy Research, 37(10), 4414–4428. DOI: 10.1002/ptr.7950 · PMID: 37495266
- Punja S, Shamseer L, Olson K, Vohra S (2014). „Rhodiola rosea for mental and physical fatigue in nursing students: a randomized controlled trial“. PLoS One, 9(9), e108416. DOI: 10.1371/journal.pone.0108416 · PMID: 25268730
- Ishaque S, Shamseer L, Bukutu C, Vohra S (2012). „Rhodiola rosea for physical and mental fatigue: a systematic review“. BMC Complementary and Alternative Medicine, 12, 70. DOI: 10.1186/1472-6882-12-70 · PMID: 22643043
- EFSA Panel on Dietetic Products, Nutrition and Allergies (NDA) (2012). „Scientific Opinion on the substantiation of a health claim related to Rhodiola rosea L. extract and reduction of mental fatigue pursuant to Article 13(5) of Regulation (EC) No 1924/2006“. EFSA Journal, 10(7), 2805. DOI: 10.2903/j.efsa.2012.2805 · PMID: 42016107
- Thu OK, Spigset O, Nilsen OG, Hellum B (2016). „Effect of commercial Rhodiola rosea on CYP enzyme activity in humans“. European Journal of Clinical Pharmacology, 72(3), 295–300. DOI: 10.1007/s00228-015-1988-7 · PMID: 26613955
- Europäische Arzneimittel-Agentur, HMPC (2024). European Union herbal monograph on Rhodiola rosea L., rhizoma et radix, Revision 1, EMA/HMPC/24177/2023. https://www.ema.europa.eu/en/documents/herbal-monograph/final-european-union-herbal-monograph-rhodiola-rosea-l-rhizoma-et-radix-revision-1_en.pdf
- Bundesinstitut für Risikobewertung (2013). Risikobewertung von Pflanzen und pflanzlichen Zubereitungen, 2. ergänzte Auflage (BfR-Wissenschaft), Kapitel „Rhodiola rosea (L.) SCOP. (Rosenwurz)“, S. 67 ff. https://www.bfr.bund.de/cm/350/risikobewertung-von-pflanzen-und-pflanzlichen-zubereitungen-ergaenzte-auflage.pdf
- Europäische Kommission. Novel-Food-Katalog, Eintrag „Rhodiola Rosea L.“ (POL-NF-00651), Stand 26. Juli 2023. https://ec.europa.eu/food/food-feed-portal/screen/novel-food-catalogue/search