Pflanzenkompendium
Rosmarin Salvia rosmarinus
Stand: Oktober 2026 · Recherche und Redaktion: Botanical Desire
Rosmarin, Salvia rosmarinus Spenn. — lange als Rosmarinus officinalis L. geführt —, ist ein Strauch aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae), dessen natürliches Verbreitungsgebiet rund um das Mittelmeer von Portugal und Marokko bis in die Türkei reicht. Verwendet werden die getrockneten Blätter: schmal, derb, 10 bis 40 mm lang, oben dunkelgrün und kahl, unten graugrün und dicht filzig; in Deutschland sind sie als Gewürz und für Tee bekannt. Leitsubstanzen sind die Diterpene Carnosolsäure und Carnosol, die Rosmarinsäure sowie ein ätherisches Öl mit 1,8-Cineol und Kampfer. Extrakte aus Rosmarin sind in der EU als Lebensmittelzusatzstoff E 392 zugelassen.
Dieser Beitrag beschreibt die Pflanze und gibt veröffentlichte Studien wieder. Die genannten Ergebnisse gelten für die dort untersuchten Extrakte, Mengen und Zubereitungen — nicht für Produkte von Botanical Desire. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung. Ausführlicher Hinweis am Seitenende.
Auf einen Blick
- Botanischer Name
- Salvia rosmarinus Spenn. [10]
- Synonym
- Rosmarinus officinalis L. [10]
- Familie
- Lamiaceae (Lippenblütler) [10]
- Verwendeter Pflanzenteil
- Blatt [1]
- Leitsubstanzen
- Carnosolsäure, Carnosol, Rosmarinsäure; ätherisches Öl mit 1,8-Cineol und Kampfer [1] [2] [3]
Zum Nachlesen
Rosmarin: Inhaltsstoffe
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Für Rosmarinblätter verlangt das Europäische Arzneibuch laut dem Bewertungsbericht des Ausschusses für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) mindestens 12 ml ätherisches Öl je Kilogramm und mindestens 3 Prozent Hydroxyzimtsäure-Abkömmlinge, berechnet als Rosmarinsäure; den Gehalt an ätherischem Öl gibt der Bericht mit 0,5 bis 2,5 Prozent an [1]. Das Öl kommt in mehreren Typen vor: Nach den Grenzwerten des Arzneibuchs enthält Rosmarinöl vom spanischen Typ 16 bis 25 Prozent 1,8-Cineol und 13 bis 21 Prozent Kampfer, Öl vom marokkanischen und tunesischen Typ 38 bis 55 Prozent 1,8-Cineol und 5 bis 15 Prozent Kampfer [1].
In 20 Proben frischer Blätter aus einem Versuchsanbau in Griechenland (Pflanzen im ersten Jahr) lag der Gehalt an Carnosolsäure zwischen 5,6 und 12,2 mg je Gramm Frischgewicht, der an Carnosol zwischen 1,0 und 4,5 mg; Rosmarinsäure fand sich dort nur in Spuren [2]. In einer weiteren Untersuchung enthielten junge und ältere Blätter durchschnittlich 28,6 bzw. 17,4 mg Carnosolsäure, 12,9 bzw. 8,3 mg Carnosol und 5,2 bzw. 3,3 mg Rosmarinsäure je Gramm Frischgewicht [3]. In einem Aufguss aus getrockneten Blättern gingen je Gramm Blätter rund 38 mg Phenole in den Tee über, davon 15 mg Rosmarinsäure [8]. In einer im HMPC-Bericht zitierten Untersuchung aus der Türkei schwankten die Gehalte an Carnosol, Carnosolsäure und Rosmarinsäure je nach Herkunftsregion und Jahreszeit [1].
- Carnosolsäure — phenolisches Diterpen; in frischen Blättern 5,6 bis 12,2 mg je Gramm [2], in einer weiteren Untersuchung durchschnittlich 17,4 mg (ältere) bzw. 28,6 mg (junge Blätter) je Gramm [3]
- Carnosol — phenolisches Diterpen; 1,0 bis 4,5 mg je Gramm [2], in der weiteren Untersuchung durchschnittlich 8,3 mg (ältere) bzw. 12,9 mg (junge Blätter) je Gramm Frischgewicht [3]
- Rosmarinsäure — Ester aus Kaffeesäure und 3,4-Dihydroxyphenylmilchsäure; durchschnittlich 3,3 mg (ältere) bzw. 5,2 mg (junge Blätter) je Gramm Frischgewicht [3]; im Teeaufguss rund 40 Prozent der gemessenen Phenole [8]
- Ätherisches Öl — laut HMPC-Bericht 0,5 bis 2,5 Prozent der Blätter, mit 1,8-Cineol, Kampfer und α-Pinen als Hauptbestandteilen [1]
- Flavonoide — unter anderem Luteolin-Glucuronide [1] [8]
Forschungslage
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Gedächtnis- und Aufmerksamkeitstests nach einmaliger Einnahme
In einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Crossover-Studie erhielten 28 ältere Erwachsene mit einem mittleren Alter von 75 Jahren an getrennten Tagen ein Placebo oder getrocknetes Rosmarinblattpulver in vier Mengen zwischen 750 mg und 6.000 mg, mit jeweils sieben Tagen Abstand; gemessen wurde bis zu sechs Stunden lang mit einer computergestützten Testbatterie. Die Gedächtnisgeschwindigkeit war nach 750 mg höher als nach Placebo (P = 0,01), nach 6.000 mg niedriger (P < 0,01); bei weiteren Messgrößen der Testbatterie fanden die Forschenden signifikant schlechtere Werte, allerdings weniger einheitlich (Pengelly et al., 2012 [4]). In einer doppelblinden, randomisierten Crossover-Studie mit 40 jungen Erwachsenen zwischen 18 und 34 Jahren, die ihre Energie als durchschnittlich oder geringer einschätzten, nahmen die Teilnehmenden mit einer Nasenklemme einmalig Kapseln mit 1,7 g getrocknetem Rosmarin oder ein Placebo ein. Weder in einer Aufmerksamkeitsaufgabe noch bei der selbst eingeschätzten Energie, Müdigkeit und Motivation unterschieden sich die Verläufe signifikant von Placebo; einzeln betrachtet waren die Fehlalarme zu einem Messzeitpunkt (Effektstärke d = 0,21) und die selbst eingeschätzte geistige Müdigkeit zu einem anderen (d = 0,40) etwas niedriger (Lindheimer et al., 2013 [5]). In einer randomisierten Studie mit 80 gesunden Erwachsenen tranken die Teilnehmenden einmalig 250 ml eines handelsüblichen Rosmarinwassers mit Extrakt und Hydrolat oder Mineralwasser. Die Autoren berichten mehrere statistisch signifikante, kleine Unterschiede in computergestützten Denkaufgaben; der Gehalt an desoxygeniertem Hämoglobin, gemessen mit Nahinfrarotspektroskopie, war während der Aufgaben in der Rosmarinwasser-Gruppe höher (Moss et al., 2018 [6]). Zur Einordnung: Alle drei Studien prüften eine einmalige Einnahme. In der Studie mit älteren Erwachsenen gingen die Ergebnisse je nach Menge in entgegengesetzte Richtungen; nach der höchsten Menge war die Gedächtnisgeschwindigkeit niedriger als nach Placebo. In der Kapselstudie war der Rosmarin eine Mischung aus Rosmarinus officinalis (heute Salvia rosmarinus) aus Albanien und der verwandten Art Rosmarinus eriocalyx aus Marokko; Kapseln und Finanzierung stellte das McCormick Science Institute. Die Rosmarinwasser-Studie verglich ein Fertiggetränk mit Mineralwasser. Von der ersten und der dritten Studie war nur die Zusammenfassung zugänglich; Einzelwerte, Finanzierung und Herstellerbeteiligung ließen sich dort nicht prüfen. Eine Meta-Analyse von Humanstudien zu diesen Messgrößen fand sich bei der Recherche (PubMed, Oktober 2026) nicht.
Gedächtnis- und Schlaffragebögen in einer randomisierten Studie
In einer doppelblinden, randomisierten, placebokontrollierten Studie nahmen 68 Studierende einen Monat lang zweimal täglich 500 mg Rosmarin oder ein Placebo ein. Gemessen wurde unter anderem mit einem Fragebogen zu Gedächtnisfehlern im Alltag (Prospective and Retrospective Memory Questionnaire, PRMQ) und einem zur Schlafqualität (Pittsburgh Sleep Quality Index, PSQI); auf beiden stehen niedrigere Werte für weniger angegebene Gedächtnisfehler bzw. eine besser eingeschätzte Schlafqualität. Nach einem Monat lagen die Werte dieser Fragebögen und ihrer Unterskalen in der Rosmarin-Gruppe signifikant niedriger als in der Placebogruppe, ausgenommen die Unterskalen Einschlafdauer und Schlafdauer (Nematolahi et al., 2018 [7]). Zur Einordnung: Gemessen wurden Selbstauskünfte, keine Leistungstests. Es ist die einzige solche Studie; die Zusammenfassung nennt weder Effektgrößen noch, ob Blattpulver oder ein Extrakt eingesetzt wurde. Nur die Zusammenfassung war zugänglich, Finanzierung und Herstellerbeteiligung ließen sich nicht prüfen. Der Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel nennt die Studie in seinem Bewertungsbericht, berücksichtigt sie aber nicht, weil für diese Einsatzgebiete keine zehnjährige medizinische Verwendung in der EU belegt ist [1].
Aufnahme der Phenole aus Rosmarintee
In einer Studie zur Aufnahme der Pflanzenstoffe tranken 12 gesunde Erwachsene nüchtern eine Tasse Tee aus 10 g getrockneten Rosmarinblättern, 15 Minuten mit 100 ml kochendem Wasser aufgegossen; die Portion enthielt rund 380 mg Phenole. In Blut und Urin fanden die Forschenden 48 Verbindungen, überwiegend im Körper umgewandelte Formen (Phase-II-Konjugate) und Abbauprodukte der Darmbakterien; unverändert gelangten nur wenige Verbindungen ins Blut. Innerhalb von 24 Stunden wurden 235 µmol Phenole mit dem Urin ausgeschieden, 22,3 Prozent der aufgenommenen Menge (Achour et al., 2021 [8]). Zur Einordnung: Die Studie misst, was der Körper aus dem Tee aufnimmt, umwandelt und ausscheidet; eine Körperfunktion wurde nicht gemessen. Sie war klein und hatte keine Vergleichsgruppe; gefördert wurde sie von Ministerien in Tunesien und Spanien.
Mengen in Studien+
- Als Lebensmittel — in der Stoffliste des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) sind Rosmarinblätter als Gewürz und als Tee bekannt; dieselbe Liste führt sie auch als Arzneimittel und traditionelles Arzneimittel und auf ihrer Liste B, der Liste der Stoffe, für die eine eingeschränkte Verwendung in Lebensmitteln empfohlen wird [11]
- In Studien — einmalig 750 mg bis 6.000 mg getrocknetes Blattpulver [4], einmalig 1,7 g getrockneter Rosmarin in Kapseln [5], einmalig 250 ml eines Fertiggetränks mit Extrakt [6], zweimal täglich 500 mg über einen Monat [7], eine Tasse Tee aus 10 g Blättern [8]
- Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) der Europäischen Arzneimittel-Agentur — die Monografie zu Rosmarinblättern (Revision 2024) gilt traditionellen pflanzlichen Arzneimitteln; sie nennt für Blätter als Tee 1 bis 2 g in 150 bis 250 ml kochendem Wasser, zwei- bis dreimal täglich, also 2 bis 6 g am Tag. Die Anwendung bei Kindern unter 12 Jahren wird mangels ausreichender Daten nicht empfohlen, ebenso in Schwangerschaft und Stillzeit, weil die Sicherheit dort nicht belegt ist; Daten zur Fruchtbarkeit gibt es nicht. Gegenanzeige für die Einnahme ist eine Überempfindlichkeit. Als besondere Warnhinweise für die Einnahme nennt die Monografie Verschluss oder Entzündung der Gallenwege, Lebererkrankungen, Gallensteine und andere Erkrankungen der Gallenwege, die ärztliche Überwachung erfordern. Als unerwünschtes Ereignis nennt sie Überempfindlichkeit (Kontaktdermatitis) mit unbekannter Häufigkeit; Interaktionen mit Arzneimitteln und Überdosierungen sind nicht berichtet, Studien zur Fahrtüchtigkeit gibt es nicht, und Untersuchungen zur Reproduktions- und Gentoxizität sowie zur Krebsentstehung wurden nicht durchgeführt [9]
- Bewertungsbericht des HMPC (2024) — Daten zur Sicherheit aus klinischen Studien liegen nicht vor, nichtklinische Daten sind spärlich; schwere Vergiftungen durch Rosmarin oder sein Öl sind nicht berichtet; mögliche Magen-Darm- und Nierenentzündungen nach Einnahme großer Mengen des Öls werden in der Literatur erwähnt, beruhen aber nicht auf tatsächlichen Fällen. In Fallberichten allergischer Kontaktdermatitis erwies sich Carnosol im Hauttest als ein Hauptallergen; die dauerhafte Verwendung als Küchengewürz wurde mit einer chronischen Lippenentzündung durch Kontakt in Verbindung gebracht, der Umgang mit Rosmarinextrakten mit Asthma am Arbeitsplatz. Kampfer, ein Bestandteil des ätherischen Öls, kann laut Bericht in ausreichender Menge eingenommen Krampfanfälle auslösen; der Bericht gibt Krampfanfälle bei Kindern und Todesfälle wieder, die in der Regel auf versehentlich eingenommenes Kampferöl mit 20 Prozent Kampfer zurückgingen, und nennt Mengen von 0,7 bis 1,0 g Kampfer, die bei Kindern tödlich waren. Rosmarinzubereitungen enthalten laut Bericht wechselnde Mengen Kampfer; Humandaten, nach denen die Einnahme von Rosmarinextrakten Krampfanfälle ausgelöst hätte, liegen nicht vor [1]
- Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) zum Zusatzstoff E 392 (Rosmarinextrakte) — 2008 hielt die EFSA die Daten für nicht ausreichend, um eine annehmbare tägliche Aufnahmemenge (ADI) festzulegen, weil Studien zur Reproduktions- und Entwicklungstoxizität und eine Langzeitstudie fehlten; die vorhandenen Daten gaben aus ihrer Sicht keinen Anlass zur Besorgnis. Der gemeinsame Sachverständigenausschuss von FAO und WHO (JECFA) legte 2016 eine vorläufige ADI von 0 bis 0,3 mg je Kilogramm Körpergewicht fest, berechnet als Carnosolsäure plus Carnosol und befristet bis zur Vorlage von Studien zur Entwicklungs- und Reproduktionstoxizität. Die ADI gilt Rosmarinextrakt nach den Spezifikationen der JECFA. Die Aufnahme von Carnosolsäure und Carnosol über Kräuter der üblichen Ernährung (Rosmarin, Salbei und weitere Küchenkräuter) schätzte die EFSA 2018 bei Kleinkindern auf durchschnittlich bis zu 0,34 mg und bei hoher Aufnahme (95. Perzentil) auf bis zu 1,66 mg je Kilogramm Körpergewicht und Tag [12]
- Unerwünschte Ereignisse in den Studien — in der Studie mit älteren Erwachsenen war die Gedächtnisgeschwindigkeit nach der höchsten Menge von 6.000 mg niedriger als nach Placebo [4]; zu unerwünschten Ereignissen machen die zugänglichen Zusammenfassungen von [4], [6] und [7] keine Angaben, [5] und [8] berichten darüber nichts
Wie belastbar die Studien sind
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- Gedächtnis- und Aufmerksamkeitstests nach einmaliger Einnahme: Datenlage vorläufig — drei kleine Studien mit unterschiedlichen Zubereitungen; nach 750 mg Blattpulver war die Gedächtnisgeschwindigkeit älterer Erwachsener höher, nach 6.000 mg niedriger als nach Placebo; bei jungen Erwachsenen unterschieden sich die Werte nach Kapseln mit 1,7 g nicht signifikant von Placebo; nach einem Fertiggetränk fanden die Autoren kleine Unterschiede gegenüber Mineralwasser. Eine Meta-Analyse fand sich bei der Recherche nicht.
- Gedächtnis- und Schlaffragebögen in einer randomisierten Studie: Datenlage vorläufig, weil es Selbstauskünfte aus einer einzigen Studie sind, deren Volltext nicht zugänglich war — die Studie mit 68 Studierenden fand nach einem Monat niedrigere Werte in Fragebögen zu Gedächtnisfehlern und Schlafqualität als unter Placebo; Effektgrößen und Zubereitung nennt die Zusammenfassung nicht.
- Aufnahme der Phenole aus Rosmarintee: Datenlage vorläufig — eine Studie mit 12 Erwachsenen ohne Vergleichsgruppe fand 22,3 Prozent der aufgenommenen Phenole im Urin wieder, überwiegend als umgewandelte Formen und Abbauprodukte der Darmbakterien.
Evidenzgrade: stark bezeichnet mehrere Meta-Analysen mit konsistenter Richtung, moderat einzelne oder wenige kontrollierte Studien mit überwiegend positiver Richtung, vorläufig präklinische oder inkonsistente Befunde. Einschränkend gilt: Die Humanstudien zu Rosmarin sind wenige, klein und meist kurz; sie setzten verschiedene Zubereitungen ein — Blattpulver, Kapseln, ein Fertiggetränk mit Extrakt, Tee —, und von drei der vier Studien zu Denk- und Fragebogenwerten war nur die Zusammenfassung zugänglich. Eine Meta-Analyse von Humanstudien fand sich bei der Recherche (PubMed, Oktober 2026) nicht.
Rosmarin: Studien im Detail
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[4] Pengelly et al. (2012) — Crossover-Studie: Gedächtnis- und Aufmerksamkeitstests
- Journal: Journal of Medicinal Food
- Studientyp: randomisierte, placebokontrollierte, doppelblinde Crossover-Studie mit Messwiederholung
- Teilnehmer: 28 ältere Erwachsene, mittleres Alter 75 Jahre
- Dosierung: getrocknetes Rosmarinblattpulver einmalig in vier Mengen von 750 mg bis 6.000 mg und Placebo, je sieben Tage Abstand; Messungen nach 1, 2,5, 4 und 6 Stunden
- Kernergebnis: Gedächtnisgeschwindigkeit nach 750 mg höher als nach Placebo (P = 0,01), nach 6.000 mg niedriger (P < 0,01); bei weiteren Messgrößen signifikant schlechtere, weniger einheitliche Werte
- Limitationen: kleine Stichprobe; einmalige Einnahme; Ergebnisse je nach Menge gegenläufig; nur die Zusammenfassung zugänglich
- Finanzierung: nicht geprüft (Volltext nicht zugänglich)
- DOI: 10.1089/jmf.2011.0005 · PMID: 21877951
[5] Lindheimer et al. (2013) — Crossover-Studie: Aufmerksamkeitsaufgabe und Selbsteinschätzungen
- Journal: Journal of Medicinal Food
- Studientyp: doppelblinde, randomisierte, placebokontrollierte Crossover-Studie; je Person zwei von drei Bedingungen (Rosmarin, schwarzer Pfeffer, Placebo)
- Teilnehmer: 40 Erwachsene zwischen 18 und 34 Jahren mit selbst eingeschätzt durchschnittlicher oder geringerer Energie; 26 erhielten Rosmarin, 24 Placebo
- Dosierung: einmalig 1,7 g getrockneter Rosmarin in vier Kapseln (Mischung aus Rosmarinus officinalis, heute Salvia rosmarinus, aus Albanien und Rosmarinus eriocalyx aus Marokko), Placebo Reismehl; Einnahme mit Nasenklemme
- Kernergebnis: keine signifikanten Unterschiede gegenüber Placebo in Aufmerksamkeitsaufgabe und selbst eingeschätzter Energie, Müdigkeit und Motivation; einzeln kleine Effektstärken bei Fehlalarmen (d = 0,21) und selbst eingeschätzter geistiger Müdigkeit (d = 0,40)
- Limitationen: einmalige Einnahme; Mischung zweier Arten; Effektstärken unbereinigt und nur zu einzelnen Zeitpunkten
- Finanzierung: McCormick Science Institute, das auch die Kapseln herstellte; die Autoren erklären keine konkurrierenden finanziellen Interessen
- DOI: 10.1089/jmf.2012.0216 · PMID: 23905652
[6] Moss et al. (2018) — Randomisierte Studie: Denkaufgaben und Nahinfrarotspektroskopie nach Rosmarinwasser
- Journal: Journal of Psychopharmacology
- Studientyp: randomisierte Studie mit zwei Parallelgruppen
- Teilnehmer: 80 gesunde Erwachsene
- Dosierung: einmalig 250 ml eines handelsüblichen Rosmarinwassers mit Extrakt und Hydrolat; Kontrolle Mineralwasser
- Kernergebnis: mehrere statistisch signifikante, kleine Unterschiede in Denkaufgaben; desoxygeniertes Hämoglobin während der Aufgaben in der Rosmarinwasser-Gruppe höher
- Limitationen: einmalige Einnahme; Fertiggetränk gegen Mineralwasser; nur die Zusammenfassung zugänglich, Einzelwerte nicht geprüft
- Finanzierung: nicht geprüft (Volltext nicht zugänglich)
- DOI: 10.1177/0269881118798339 · PMID: 30318972
[7] Nematolahi et al. (2018) — Randomisierte Studie: Gedächtnis- und Schlaffragebögen
- Journal: Complementary Therapies in Clinical Practice
- Studientyp: doppelblinde, randomisierte, placebokontrollierte Studie
- Teilnehmer: 68 Studierende
- Dosierung: 500 mg Rosmarin zweimal täglich über einen Monat; Zubereitung in der Zusammenfassung nicht näher bezeichnet
- Kernergebnis: nach einem Monat Werte der Fragebögen zu Gedächtnisfehlern (PRMQ) und Schlafqualität (PSQI) samt Unterskalen niedriger als unter Placebo, ausgenommen Einschlafdauer und Schlafdauer
- Limitationen: Selbstauskünfte; einzige Studie dieser Art; keine Effektgrößen in der Zusammenfassung; nur die Zusammenfassung zugänglich
- Finanzierung: nicht geprüft (Volltext nicht zugänglich)
- DOI: 10.1016/j.ctcp.2017.11.004 · PMID: 29389474
[8] Achour et al. (2021) — Interventionsstudie: Aufnahme der Phenole aus Rosmarintee
- Journal: Food Research International
- Studientyp: Interventionsstudie ohne Vergleichsgruppe (Bioverfügbarkeit)
- Teilnehmer: 12 gesunde Erwachsene (8 Frauen, 4 Männer)
- Dosierung: eine Tasse Tee aus 10 g getrockneten Blättern in 100 ml kochendem Wasser, 15 Minuten, mit rund 380 mg Phenolen
- Kernergebnis: 48 Verbindungen in Plasma und Urin, überwiegend Phase-II-Konjugate und Abbauprodukte der Darmbakterien; 235 µmol bzw. 22,3 Prozent der aufgenommenen Phenole binnen 24 Stunden im Urin
- Limitationen: kleine Stichprobe; einmalige Gabe; misst Aufnahme und Ausscheidung, keine Körperfunktion
- Finanzierung: tunesisches Ministerium für Hochschulbildung und Forschung; spanisches Ministerium für Wirtschaft, Industrie und Wettbewerb
- DOI: 10.1016/j.foodres.2020.109815 · PMID: 33509454
Quellenverzeichnis
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- Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC), European Medicines Agency (2024). Assessment report on Rosmarinus officinalis L., aetheroleum and Rosmarinus officinalis L., folium. Final – Revision 1, EMA/HMPC/681037/2021, 29. Mai 2024. https://www.ema.europa.eu/en/documents/herbal-report/final-assessment-report-rosmarinus-officinalis-l-aetheroleum-rosmarinus-officinalis-l-folium-revision-1_en.pdf
- Paloukopoulou C, Karioti A (2022). „A Validated Method for the Determination of Carnosic Acid and Carnosol in the Fresh Foliage of Salvia rosmarinus and Salvia officinalis from Greece“. Plants, 11(22), 3106. DOI: 10.3390/plants11223106 · PMID: 36432835
- Bellumori M, Innocenti M, Congiu F, et al. (2021). „Within-Plant Variation in Rosmarinus officinalis L. Terpenes and Phenols and Their Antimicrobial Activity against the Rosemary Phytopathogens Alternaria alternata and Pseudomonas viridiflava“. Molecules, 26(11), 3425. DOI: 10.3390/molecules26113425 · PMID: 34198771
- Pengelly A, Snow J, Mills SY, et al. (2012). „Short-term study on the effects of rosemary on cognitive function in an elderly population“. Journal of Medicinal Food, 15(1), 10–17. DOI: 10.1089/jmf.2011.0005 · PMID: 21877951
- Lindheimer JB, Loy BD, O’Connor PJ (2013). „Short-term effects of black pepper (Piper nigrum) and rosemary (Rosmarinus officinalis and Rosmarinus eriocalyx) on sustained attention and on energy and fatigue mood states in young adults with low energy“. Journal of Medicinal Food, 16(8), 765–771. DOI: 10.1089/jmf.2012.0216 · PMID: 23905652
- Moss M, Smith E, Milner M, McCready J (2018). „Acute ingestion of rosemary water: Evidence of cognitive and cerebrovascular effects in healthy adults“. Journal of Psychopharmacology, 32(12), 1319–1329. DOI: 10.1177/0269881118798339 · PMID: 30318972
- Nematolahi P, Mehrabani M, Karami-Mohajeri S, Dabaghzadeh F (2018). „Effects of Rosmarinus officinalis L. on memory performance, anxiety, depression, and sleep quality in university students: A randomized clinical trial“. Complementary Therapies in Clinical Practice, 30, 24–28. DOI: 10.1016/j.ctcp.2017.11.004 · PMID: 29389474
- Achour M, Bravo L, Sarriá B, et al. (2021). „Bioavailability and nutrikinetics of rosemary tea phenolic compounds in humans“. Food Research International, 139, 109815. DOI: 10.1016/j.foodres.2020.109815 · PMID: 33509454
- Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC), European Medicines Agency (2024). European Union herbal monograph on Rosmarinus officinalis L., folium. Final – Revision 1, EMA/HMPC/513940/2021, 29. Mai 2024. https://www.ema.europa.eu/en/documents/herbal-monograph/final-european-union-herbal-monograph-rosmarinus-officinalis-l-folium-revision-1_en.pdf
- Royal Botanic Gardens, Kew. Plants of the World Online: „Salvia rosmarinus Spenn.“. https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:457138-1
- Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (2014). List of Substances of the Competent Federal Government and Federal State Authorities – Category „Plants and plant parts“, BVL-Report 8.8, Springer, Cham; Eintrag „Rosmarinus officinalis L. — Leaf“, S. 114. DOI: 10.1007/978-3-319-10732-5
- EFSA Panel on Food Additives and Nutrient Sources added to Food (ANS), Younes M, Aggett P, Aguilar F, et al. (2018). „Refined exposure assessment of extracts of rosemary (E 392) from its use as food additive“. EFSA Journal, 16(8), 5373. DOI: 10.2903/j.efsa.2018.5373 · PMID: 32626018